Nothing but the Truth - Wenn sich VT's in Luft auflösen

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 Unsere Milchstraße

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Galaxys81
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BeitragThema: Unsere Milchstraße    Mi 23 Okt - 1:46 1681

Hier der Bericht von der Seite: http://www.n24.de

"Wie ein Fähnlein im Wind - Die Milchstraße flattert

Dass sich die Milchstraße in ständiger Bewegung befindet, weiß man schon lange. Nun haben Forscher herausgefunden: Sie flattert geradezu. Doch woran liegt das? Die Experten rätseln.



Die Milchstraße flattert geradezu - das haben Forscher nun herausgefunden. (Foto: DPA)

Die Milchstraße flattert nach Beobachtungen von Astronomen ähnlich "wie eine Flagge im Wind". Unsere Heimatgalaxie rotiere nicht nur, sondern bewege sich auch senkrecht zur galaktischen Scheibe, berichtet ein Forscherteam um Mary Williams vom Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam. Die Studie ist in den "Monthly Notices of the Royal Astronomical Society" (MNRAS) veröffentlicht.

Dass sich unsere Heimatgalaxie in permanenter Bewegung befinde, sei seit langem bekannt, teilte das Leibniz-Institut am Dienstag mit. Als Balkenspirale rotiere sie um das galaktische Zentrum. Die Wissenschaftler hätten nun Daten von einer halben Million Sterne im Umkreis der Sonne analysiert. Dabei habe sich gezeigt, dass sie auch nach Norden und Süden aus der galaktischen Scheibe heraus "flattere".

Kräfte, deren genauer Ursprung noch unklar sei, stießen diese Bewegungen aus unterschiedlichen Richtungen an. Die Astronomen vermuten, der Durchgang kleinerer Galaxien durch die Milchstraße könnte ein Grund für das Flattern sein. Mit den nun veröffentlichten Ergebnissen könnten präzisere 3D-Modelle unserer Galaxie erstellt werden, hieß es."


Quelle: http://www.n24.de/n24/Nachrichten/Wissenschaft/d/3713368/die-milchstrasse-flattert.html


Zuletzt von Galaxys81 am Mo 13 Jan - 19:08 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Galaxys81
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BeitragThema: Re: Unsere Milchstraße    Do 31 Okt - 11:28 1965

"Die komplizierte Bewegung der Milchstraße

Die Bewegung unserer Milchstraße ist offenbar deutlich komplexer als angenommen. Dank des Radial Velocity Experiment (RAVE) gelang es Astronomen nun erstmals, präzise Bewegungsmuster der Sterne in der Umgebung unserer Sonne in drei Dimensionen zu erstellen. Das überraschende Ergebnis: Unsere Milchstraße scheint zu "flattern".

Unsere Heimatgalaxie, die Milchstraße, "flattert". Dies hat ein Team von Astronomen um Mary Williams vom Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP) nun festgestellt. Die Wissenschaftler entdeckten diesen Effekt mit Daten des RAdial Velocity Experiments (RAVE), in dessen Rahmen Informationen über rund eine halbe Millionen Sterne im Umkreis der Sonne gesammelt wurden. Die Milchstraße rotiert demnach nicht nur, sondern bewegt sich auch senkrecht zur galaktischen Scheibe.

Dass sich unsere Heimatgalaxie in permanenter Bewegung befindet, ist seit langem bekannt. Als Balkenspiralgalaxie rotiert sie um das galaktische Zentrum. Doch die Bewegungen der Sterne sind offenbar deutlich komplizierter: Im Rahmen ihrer Untersuchung entdeckten die Astronomen auch eine Bewegung aus der galaktischen Scheibe hinaus - sie vergleichen dies mit dem Flattern einer Flagge im Wind.

Die Kräfte, die diese Bewegungen anstoßen, kommen aus unterschiedlichen Richtungen und lösen so dieses "Flattern" aus. Der genaue Ursprung dieser Kräfte konnte noch nicht geklärt werden, die Astronomen vermuten aber, dass unter anderem der Durchgang kleinerer Galaxien durch die Milchstraße ein Grund sein könnte.



Aufnahme eines Geschwindigkeitsfelds durch RAVE. Der Ausschnitt zeigt eine Fläche senkrecht zur Ebene der Milchstraße. Die Pfeile markieren die Bewegungsrichtung der Sterne. Die Farben signalisieren verschiedene Geschwindigkeiten. Bild: AIP

Für die in diesem Monat in einem Fachartikel in der Zeitschrift Monthly Notices of the Royal Astronomical Society veröffentlichte Studie nutzten die Astronomen die Sterne des RAdial Velocity Experiments, um so mehr über die Geschwindigkeiten von Sternen im Umkreis unserer Sonne in allen Dimensionen zu erfahren. Das auf diese Weise untersuchte Gebiet erstreckt sich 6.500 Lichtjahre ober- und unterhalb der Sonne und deckt ein Viertel des Weges bis zum galaktischen Zentrum ab.

Um die Entfernung der Sterne zu bestimmen nutzten die Wissenschaftler sogenannte Red Clump Stars, also "Rote-Klumpen Sterne". Es handelt sich um Sterne in einer ganz bestimmten Entwicklungsphase, die sich dadurch auszeicht, dass die Sterne hier alle in etwa die gleiche Leuchtkraft haben, so dass sie sich gut für die astronomische Entfernungsmessung eignen.

Durch die Verbindung der RAVE-Daten mit anderen Daten war es schließlich möglich, erstmals präzise Bewegungsmuster der Sterne in drei Dimensionen zu erstellen. Die Muster, die so sichtbar wurden, erwiesen sich als hoch komplex. Um die Muster zu entwirren und zu verstehen, legte das Forscherteam seinen Fokus auf die Untersuchung der unterschiedlichen Bewegungsmustern, wie sie über- und unterhalb der galaktischen Scheibe gefunden werden können."


Quelle und ganzer Artikel: http://www.astronews.com/news/artikel/2013/10/1310-041.shtml
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Galaxys81
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BeitragThema: Unsere Milchstraße    Sa 16 Nov - 12:12 2503

Hier ein Auszug von dem Bericht auf der Seite: http://www.astronews.com

"Unsere Milchstraße in jungen Jahren

Durch die Beobachtung von rund 400 Galaxien, die unserer Milchstraße in verschiedenen Phasen ihrer Entwicklung ähneln dürften, haben Astronomen jetzt rekonstruiert, wie unsere Heimatgalaxie zu dem wurde, was wir heute am Himmel sehen. Die meisten ihrer Sterne entstanden danach vor elf bis sieben Milliarden Jahren.

"Zum ersten Mal haben wir jetzt direkte Aufnahmen, die uns zeigen, wie die Milchstraße in der Vergangenheit aussah", freut sich Pieter G. van Dokkum von der Yale University. "Natürlich können wir nicht die Milchstraße selbst in der Vergangenheit beobachten. Wir haben aber Galaxien in vielen Milliarden Lichtjahren Entfernung ausgewählt, die sich einmal zu einer Galaxie wie die Milchstraße entwickeln werden. Durch das Verfolgen der Entwicklung dieser Geschwister unserer Milchstraße haben wir herausgefunden, dass in unserer Galaxie 90 Prozent der Sterne in einem Zeitraum von vor elf bis sieben Milliarden Jahren entstanden sind, was man bislang nicht direkt messen konnte."

Dank des guten Auflösungsvermögens des Weltraumteleskops Hubble ist es dem Astronomenteam gelungen, auch weit entfernte Galaxien so detailliert zu untersuchen, dass sich daraus die Entwicklung ihrer Struktur im Laufe von vielen Milliarden Jahren ableiten lässt. Dies wiederum erlaubt Rückschlüsse auf die Geschichte unserer eigenen Heimatgalaxie.



(Screenshot) Großansicht: http://www.astronews.com/news/artikel/2013/11/1311-021a.shtml

Der Aufbau unserer Milchstraße ähnelt im Prinzip dem eines Spiegeleis: Das Eiweiß steht dabei für die galaktische Scheibe mit den Spiralarmen, in der sich auch unser Sonnensystem befindet. Das Eigelb im Zentrum steht für den Zentralbereich, den galaktischen Bulge, in deren Mitte ein supermassereiches Schwarzes Loch zu Hause ist. Die Hubble-Beobachtungen deuten nun darauf hin, das die Scheibe und der Bulge gleichzeitig zu der majestätischen Spiralgalaxie herangewachsen sind, in der wir uns heute befinden.

"Man kann erkennen, dass diese Galaxien flockig und ausgedehnt sind", beschreibt Shannon Patel von der Universität im niederländischen Leiden. "Es gibt keine Hinweise auf einen Bulge ohne Scheibe, um den sich dann die Scheibe später entwickelt hat." Und Teammitglied Erica Nelson von der Yale University ergänzt: "Diese Galaxien zeigen uns, dass die gesamte Milchstraße gleichzeitig gewachsen ist, im Gegensatz zu massereicheren elliptischen Galaxien, wo der zentrale Bulge zuerst entstand."

Nach diesem Bild der Entstehungsgeschichte unserer Milchstraße dürfte unsere Heimatgalaxie vor einigen Milliarden Jahren ein massearmes, bläuliches und recht leuchtschwaches Objekt gewesen sein, in dem sich noch große Mengen an Gas befanden, dem Grundstoff für neue Sterne. Die bläuliche Farbe der beobachteten Verwandten der Milchstraße im jungen Universum deutet auf heftige Sternentstehung hin.

Zum Höhepunkt der Sternentstehung muss es dabei etwa vier Milliarden Jahre nach dem Urknall gekommen sein. In dieser Zeit entstehen in Milchstraßen-ähnlichen Galaxien rund 15 neue Sterne in jedem Jahr. Zum Vergleich: Heute bildet sich in der Milchstraße in jedem Jahr im Schnitt ein Stern.

Zum Aufspüren von Galaxien, die sich für ihre Studie eignen, griffen die Astronomen auf die Daten aus drei umfangreichen Himmelsdurchmusterungen zurück, die mit dem Weltraumteleskop Hubble durchgeführt worden waren. Insgesamt untersuchte das Team über 100.000 Galaxien genauer, um daraus schließlich 400 Galaxien auswählen zu können, die für die Untersuchung der Entstehungsgeschichte der Milchstraße am besten geeignet sind."


Quelle und ganzer Artikel: http://www.astronews.com/news/artikel/2013/11/1311-021.shtml
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BeitragThema: Re: Unsere Milchstraße    Mo 13 Jan - 19:29 4502

Hier ein Auszug von dem Bericht auf der Seite: http://www.astronews.com

"Was zieht unsere kosmische Heimat an?

Die Milchstraße ist Teil eines kleinen Galaxienhaufens und dieser bewegt sich mit einer erstaunlich hohen Geschwindigkeit durchs All. Bislang hatten Astronomen dafür eine gewaltige Ansammlung von Galaxien in rund 650 Millionen Lichtjahren Entfernung verantwortlich gemacht. Eine Studie zeigte jedoch jetzt, dass dieser Superhaufen allein nicht für die Bewegung verantwortlich sein kann.

Unsere Heimatgalaxie, die Milchstraße, bildet mit der Andromedagalaxie, dem Dreiecksnebel (M33) und einigen kleineren Galaxien die sogenannte "Lokale Gruppe". Sie ist praktisch unser "Heimatgalaxienhaufen" und bewegt sich mit einer Geschwindigkeit von etwa zwei Millionen Kilometern pro Stunde durch das All. Warum allerdings unsere kosmische Heimat so schnell unterwegs ist, ist den Astronomen teilweise noch ein Rätsel.

"Der Grund für die rasante Fahrt und die Ursache für ihre Bewegungsrichtung sind bis heute nicht schlüssig erklärt", bestätigt Prof. Dr. Marek Kowalski vom Physikalischen Institut der Universität Bonn. Der Wissenschaftler gehört zu einem internationalen Forscherteam, das auf Grundlage neuer Beobachtungen versucht hat, das Bewegungsprofil der Lokalen Gruppe zu erklären.



(Screenshot: astronews)

Im Rahmen des Supernova-Factory-Projekts werteten die Astronomen mehr als 100 Beobachtungen bestimmter Supernova-Explosionen aus, die mithilfe des 2,2-Meter-Teleskops der Universität Hawaii auf dem Gipfel des Vulkans Mauna Kea gemacht wurden. Das Interesse der Forscher galt dabei Supernovae vom Typ Ia.

Dabei handelt es sich um die Explosionen von Weißen Zwergsternen, deren Helligkeit man zu kennen glaubt. Deswegen eignen sie sich gut als Entfernungsindikatoren für weit entfernte Galaxien. Auch die Dunkle Energie, deren Entdeckung 2011 mit dem Physik-Nobelpreis ausgezeichnet wurde, gelang mithilfe dieser Supernova-Explosionen. Mit Saul Perlmutter ist auch einer der damaligen Preisträger an dem aktuellen Projekt beteiligt.  

"Anhand ihrer Helligkeit können wir feststellen, wie weit entfernt die Supernovae sind und mit welcher Geschwindigkeit sie sich im Weltraum bewegen", erklärt Kowalski. Wie bei einer Zwiebel teilten die Forscher den Weltraum um die Erde dazu in einzelne kugelförmige Schalen auf und bestimmten anhand der sich darin befindenden Supernovae die Geschwindigkeit und Bewegungsrichtung dieser Teilräume.

"Unsere Hypothese war, dass für die Bewegung der Lokalen Gruppe die Anziehungskraft einer gigantische Masse die Ursache ist", erläutert Ulrich Feindt, der gerade seine Doktorarbeit bei Kowalski schreibt. In der Vorzugsrichtung der durch das Universum rasenden Lokalen Gruppe befindet sich nämlich der Shapley-Superhaufen (SCI 124), die größte Ansammlung von Galaxien in unserem lokalen Universum. Er ist rund 650 Millionen Lichtjahre entfernt.

"Unsere Berechnungen ergaben jedoch, dass die Gravitation des Shapley-Superhaufens nicht ausreicht, um das Geschwindigkeitsprofil der Lokalen Gruppe zu erklären", so Kowalski. "Wir müssten eine zweite, noch einmal annähernd gleichgroße Masse hinzufügen, um auf die erforderliche Anziehungskraft zu kommen."

Die Wissenschaftler vermuten, dass es sich bei dieser rätselhaften gigantischen Masse um eine lockere Ansammlung verschiedener Galaxien handeln könnte, der sogenannten Sloan Great Wall. Die Gravitation dieser Agglomeration und des Shapley-Superhaufens zusammen könnten, die die Analyse der Astronomen, sowohl die Geschwindigkeit als auch die Bewegungsrichtung der Lokalen Gruppe erklären.

Ihre Studie, so betonen die Wissenschaftler, sei die bislang umfassendste Untersuchung zu diesem Thema und ihre Daten würden nahezu doppelt so tief in den Weltraum hineinreichen wie frühere Arbeiten. "Wir konnten damit zeigen, dass Strukturen in rund einer Milliarde Lichtjahre Entfernung noch einen Einfluss auf die Bewegung der Lokalen Gruppe haben", unterstreicht Kowalski."


Quelle und ganzer Artikel: http://www.astronews.com/news/artikel/2014/01/1401-016.shtml

Wir rasen mit einer Geschwindigkeit von etwa zwei Millionen Kilometern pro Stunde durch das All?!  Argh!


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- Ich bin mitte 2013 dem VT-ler-WAHN endlich entkommen und habe durch lernen bemerkt, das viele VTs der totale Schwachsinn sind! Seitdem distanziere ich mich von meinen früheren Aussagen, ich war dumm und habe Fehler gemacht! Heut zu Tage weiß ich es besser! -
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BeitragThema: Re: Unsere Milchstraße    Mi 15 Jan - 15:21 4542

Hier ein Auszug von dem Bericht auf der Seite: http://www.astronews.com

"Aktivität im Zentrum der Milchstraße

Über mehrere Jahre hat der NASA-Satellit Swift immer wieder das Zentrum unserer Milchstraße anvisiert und dabei auch verschiedene Aktivitätsausbrüche des zentralen supermassereichen Schwarzen Lochs registrieren können, obwohl dieses eigentlich weitgehend inaktiv ist. Jetzt warten Astronomen gespannt, was passieren wird, wenn im Laufe des Jahres eine Gaswolke dem Schwarzen Loch sehr nahe kommt.

Im Zentrum unserer Galaxie befindet sich ein supermassereiches Schwarzes Loch mit mindestens der viermillionenfachen Masse unserer Sonne. Es ist rund 26.000 Lichtjahre von der Erde entfernt und liegt im Sternbild Schütze. Das Schwarze Loch verrät sich hier als Radioquelle, der Astronomen den Namen Sagittarius A* gegeben haben.

Supermassereiche Schwarze Löcher finden sich in den Zentren der meisten Galaxien. Oft sind diese deutlich heller als das Schwarze Loch der Milchstraße. Hell sind dabei natürlich nicht die Schwarzen Löcher selbst: Für die Helligkeit sorgt das Material, das gerade in das Schwarze Loch fällt und sich dabei auf hohe Temperaturen aufheizt. Wie hell ein Schwarzes Loch erscheint, hängt somit damit zusammen, wie viel Material es gerade verschlingt, wie "aktiv" es also ist.

"Betracht man seine Größe, dann ist dieses supermassereiche Schwarze Loch etwa eine Milliarde Mal lichtschwächer als es sein könnte", meint Nathalie Degenaar von der University of Michigan in Ann Arbor. "Obwohl es jetzt sehr ruhig ist, war es in der Vergangenheit deutlich aktiver und produziert noch immer kurze Röntgenblitze."



(Screenshot: astronews) Großansicht: http://www.astronews.com/news/artikel/2014/01/1401-019a.shtml

Um mehr über das Verhalten "unseres" supermassereichen Schwarzen Lochs zu erfahren, nutzen die Astronomen um Degenaar den NASA-Satelliten Swift und nehmen mit ihm regelmäßig das Zentrum der Milchstraße in Augenschein. Swift soll eigentlich die mysteriösen Gammastrahlenblitze erforschen, besitzt aber auch ein Röntgenteleskop, das sich für andere Beobachtungen nutzen lässt. Und mit diesem wird seit Februar 2006 alle paar Tage unser Galaxienzentrum für 17 Minuten anvisiert.

Bis heute wurde Swift auf diese Weise Zeuge von insgesamt sechs hellen Ausbrüchen im Röntgenbereich, bei denen sich die Helligkeit des Schwarzen Lochs für wenige Stunden um das 150-fache erhöht. Das Team schätzt auf Grundlage ihrer Beobachtungen, dass es im Schnitt alle fünf bis zehn Tage zu einem solchen Ausbruch kommen sollte.

Besonders freuen sich die Astronomen der Swift Galactic Center Campaign auf die nächsten Monate: Im zweiten Quartal des Jahres dürfte nämlich eine G2 genannte kalte Gaswolke dem Schwarzen Loch sehr nahe kommen und sich dabei so stark aufheizen, dass sie auch im Röntgenbereich zu sehen sein sollte. Würde sogar Material der Wolke ins Schwarze Loch fallen, könnte die Aktivität des Schwarzen Lochs in den kommenden Jahren merklich zunehmen."


Quelle und ganzer Artikel: http://www.astronews.com/news/artikel/2014/01/1401-019.shtml
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BeitragThema: Re: Unsere Milchstraße    So 23 März - 17:41 6434

Hier ein Auszug von dem Bericht auf der Seite: http://www.astronews.com

"Ein 360-Grad-Blick auf das Band der Milchstraße

Die NASA hat gestern ein 360-Grad-Mosaik des Bands der Milchstraße vorgestellt, das aus über zwei Millionen Einzelbeobachtungen des Infrarot-Weltraumteleskops Spitzer zusammengesetzt wurde. Das 20-Gigapixel-Bild umfasst etwa drei Prozent des Himmels, zeigt aber über die Hälfte der Sterne der Milchstraße. Es lässt sich in einer zoombaren Version einfach erkunden.

Unsere Milchstraße ist eine Spiralgalaxie, besteht also aus einem sehr hellen, leicht kugelförmigen Zentralbereich, der in eine große flache Scheibe eingebettet ist. In dieser Scheibe befinden sich die Spiralarme und neben unzähligen Sternen und Sternentstehungsgebieten auch unser Sonnensystem.

Für uns als Beobachter auf der Erde bedeutet dies, dass es nicht ganz leicht ist, sich einen genaueren Eindruck vom Aussehen der Milchstraße zu verschaffen, weil wir eben nicht von außen auf das System schauen können, sondern selbst Teil der Galaxie sind. Die Scheibe aus Sternen erscheint aus unserer Perspektive daher als schmales helles Band am nächtlichen Himmel.

Genau diesen Bereich hat das Infrarot-Weltraumteleskop Spitzer der amerikanischen Weltraumbehörde NASA in den vergangenen zehn Jahren immer wieder anvisiert. Aus den mehr als zwei Millionen Aufnahmen, die dabei entstanden sind, haben Experten nun ein riesiges Mosaik zusammengestellt, das etwa drei Prozent des Himmels umfasst. Da darauf aber gerade der Bereich der Scheibe der Milchstraße zu sehen ist, zeigt es mehr als die Hälfte der Sterne unserer Galaxie.



(Screenshot: astronews) Gesamtansicht: http://www.astronews.com/news/artikel/2014/03/1403-029a.shtml

"Wenn wir es ausdrucken würden, benötigten wir dafür eine Plakatwand, die so groß ist, wie das Rose Bowl Stadium in Pasadena", so Robert Hurt, ein Experte für Bildverarbeitung am Spitzer Science Center. "Deswegen haben wir eine Möglichkeit geschaffen, es mithilfe eines digitalen Betrachters zu erkunden, den jeder bedienen kann, sogar Astronomen." Insgesamt hat das Bild eine Größe von 20 Gigapixeln.

Mit den Spitzer-Daten, die im Rahmen der GLIMPSE-Durchmusterung gewonnen wurden, können die Astronomen auch mehr über die Struktur unserer Galaxie in Erfahrung bringen. So lassen sich im Infraroten beispielsweise auch Bereiche erkunden, die im sichtbaren Bereich des Lichts durch Staubschwaden verborgen sind.


Quelle, ganzer Artikel und der Link zum 360-Grad-Mosaik: http://www.astronews.com/news/artikel/2014/03/1403-029.shtml
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BeitragThema: Re: Unsere Milchstraße    Mo 31 März - 22:52 6608

Hier ein Auszug von dem Bericht auf der Seite: http://www.astronews.com

"Verschmelzungen beschleunigten Sterne

Astronomen haben eine Erklärung dafür gefunden, warum Sterne mit hohem Alter in unserer Milchstraße offenbar sehr unterschiedliche vertikale Geschwindigkeiten aufweisen. Zu tun hat dies vermutlich mit zahlreichen Verschmelzungen unserer Heimatgalaxie mit kleineren Galaxien. Die Studie verrät so auch etwas über die Entstehungsgeschichte der Milchstraße.

Ein Team von Wissenschaftlern unter der Leitung von Ivan Minchev vom Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP) hat einen Weg gefunden die Entstehungsgeschichte der Milchstraße in neuer Detailtiefe zu rekonstruieren. Maßgeblich für die vor einigen Wochen publizierten Ergebnisse ist die Untersuchung eines Datensets von Sternen im Umkreis der Sonne.

Die Astronomen untersuchten wie die Bewegung von Sternen senkrecht zur galaktischen Scheibe von ihrem Alter abhängt. Da eine direkte Bestimmung des Alters von Sternen schwierig ist, analysierten sie zunächst die chemische Zusammensetzung der Sterne: Hier verrät des Verhältnis von Magnesium zu Eisen (Mg/Fe) ein hohes Alter. Für Ihre Studie nutzte das Team von Minchev hochaufgelöste Daten des RAdial Velocity Experiments (RAVE) über Sterne im weiteren Umkreis der Sonne.

Die Wissenschaftler stellten so fest, dass die Faustformel "je älter ein Stern ist, desto schneller bewegt er sich senkrecht zur galaktischen Scheibe" nicht für jene Sterne mit dem höchsten Magnesium-Eisen-Verhältnis zutrifft. Bei diesen ist ganz im Gegenteil ein extremer Abfall der vertikalen Geschwindigkeit zu beobachten.

Die Wissenschaftler verglichen daraufhin die Beobachtungsdaten mit astronomischen Simulationen. Eine Erklärung für ihre Beobachtungen fanden sie in den sogenannten "Merger-Effekten", bei denen kleinere Galaxien in den Galaxienorbit eintreten. Astronomen gehen von Hunderten solcher Kollisionen in der Entstehungsgeschichte der Milchstraße aus.



(Screenshot: astronews)

Merger-Effekte wirken sich insbesondere auf die Sterne am Galaxienrand aus, da diese den Kräften der eindringenden Körpern unmittelbar ausgesetzt sind. Dies führt zu einer Geschwindigkeitssteigerung der betroffenen Sterne und zu einer Erhöhung ihres Bewegungsradius senkrecht zur galaktischen Scheibe.

Sterne, die sich eher im Zentrum der Milchstraße befinden, sind hingegen nur wenig beeinflusst von eindringenden Galaxien und keiner zusätzlichen Bewegungsenergie ausgesetzt. Sie migrieren erst zeitversetzt, bedingt durch von Mergern ausgelöste Spiralkräfte, vom Galaxienzentrum weg Richtung Sonne und verfügen über eine vernachlässigbare senkrechte Bewegungsgeschwindigkeit."


Quelle und ganzer Artikel: http://www.astronews.com/news/artikel/2014/03/1403-040.shtml
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BeitragThema: Re: Unsere Milchstraße    Mi 7 Mai - 15:09 6891

Ein magnetischer Fingerabdruck der Milchstraße

Die ESA hat heute eine neue Aufnahme vorgestellt, die einen Eindruck vom Magnetfeld unserer Heimatgalaxie vermittelt. Sie basiert auf Messungen des Satelliten Planck. Dieser hatte polarisiertes Licht erfasst, das von kosmischem Staub ausgesandt wurde. Diese Daten sind auch wichtig, um Strukturen in der kosmischen Hintergrundstrahlung fehlerfrei deuten zu können.

Die europäische Weltraumagentur ESA hat heute ein neues Bild vorgestellt, das auf Daten des inzwischen außer Dienst gestellten Satelliten Planck beruht. Es zeigt eine Art Fingerabdruck des Magnetfelds unserer Milchstraße. Möglich wurde diese Darstellung durch die Messung von polarisierter Strahlung, die von interstellaren Staubpartikeln ausgesandt wurde.

Zwischen den Sternen unserer Galaxie befindet sich auch kalter Staub, der Licht in sehr langen Wellenlängen aussendet. Das Magnetfeld, das unsere Galaxie durchzieht, hat einen Einfluss auf die Ausrichtung der Staubpartikel, was wiederum zu einer Polarisation des von diesen abgestrahlten Lichts führt. Die Polarisation beschreibt die Schwingungsrichtung des Lichts.

Erfasst man also nun das Licht, das von intergalaktischem Staub abgestrahlt wird und bestimmt seine Polarisation, erfährt man auch etwas über die Struktur des Magnetfelds unserer Milchstraße - insbesondere über die Orientierung der an den Himmel projizierten Feldlinien dieses Magnetfelds.

Auf der jetzt vorgestellten Aufnahme stehen dunklere Bereiche für stärker polarisierte Emissionen, die Riffelungen verraten etwas über die Richtung des Magnetfelds, wie es an den Himmel projiziert erscheint. Da das Magnetfeld der Milchstraße eine dreidimensionale Struktur hat, ist diese Ausrichtung nicht immer leicht zu interpretieren. In einigen Bereichen werden allerdings deutlich großräumigere Strukturen sichtbar.


Der magnetische Fingerabdruck der Milchstraße.

Großansicht: http://www.astronews.com/news/artikel/2014/05/1405-007a.shtml

Das dunkle Band, das horizontal durch das Bild verläuft, ist die galaktische Scheibe. Hier ist eine deutliche großräumige Orientierung zu erkennen, da das Magnetfeld dort hauptsächlich parallel zur Ebene der Milchstraße verläuft. Aus den Daten lassen sich zudem Variationen der Polarisationsrichtung in nahegelegenen Wolken aus Gas und Staub ablesen. Zu erkennen ist dies beispielsweise an den verwirbelten Strukturen oberhalb und unterhalb der Scheibe.

Für die Astronomen sind die Daten nicht nur interessant, weil sie etwas über die großräumige Struktur des Magnetfelds der Milchstraße verraten. Die zur Erstellung der Karte ausgewertete Strahlung überlagert nämlich auch bestimmte Strukturen der kosmischen Mikrowellenhintergrundstrahlung, die den Wissenschaftlern etwas über den Zustand des Universum kurze Zeit nach dem Urknall verrät.

Die Messung dieser Hintergrundstrahlung und ihrer Polarisation ist eines der Hauptziele der Planck-Mission. In diesen Daten könnten sich beispielsweise auch Hinweise auf Gravitationswellen finden lassen, die unmittelbar nach dem Urknall entstanden sind. Im März hatten Wissenschaftler, die ein Teleskop in der Antarktis verwenden, Indizien für solche Gravitationswellen in ihren Daten entdeckt (astronews.com berichtete). Der Nachweis basierte allerdings auf der Annahme, dass polarisierte Emissionen im Vordergrund in der beobachteten Region vernachlässigbar gering sind - was offenbar nicht unbedingt der Fall sein muss.

Noch in diesem Jahr will das Planck-Team Daten über die Beobachtung von polarisiertem Licht am gesamten Himmel in sieben verschiedenen Frequenzen veröffentlichen. Damit sollte es dann möglich sein, "Verschmutzungen" des Signals der kosmischen Hintergrundstrahlung mit großer Zuverlässigkeit zu erkennen und so die tatsächliche Polarisation des urzeitlichen Lichts zu bestimmen.

Die aktuellen Daten und Auswertungen sind in insgesamt vier Fachartikeln beschrieben, die in der Zeitschrift Astronomy & Astrophysics erschienen sind.


Quelle: http://www.astronews.com/news/artikel/2014/05/1405-007.shtml
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BeitragThema: Re: Unsere Milchstraße    Fr 30 Mai - 15:46 6964

Geschützt durch Mantel aus Dunkler Materie?

Im Halo unserer Milchstraße befinden sich unzählige Wolken aus Wasserstoff, die sich mit hoher Geschwindigkeit durchs All bewegen. Eine jetzt vorgestellte Studie, die auf Daten des Radioteleskops in Green Bank basiert, deutet darauf hin, dass eine dieser Wolken offenbar von einem Mantel aus Dunkler Materie umgeben ist. Handelt es sich um den Rest einer Zwerggalaxie?

Im Halo unserer Milchstraße bewegen sich Hunderte von Wolken mit hoher Geschwindigkeit durchs All, die hauptsächlich aus Wasserstoff bestehen und in denen sich so gut wie keine Sterne bilden. Aus diesem Grund sind sie auch nur äußerst schwer zu beobachten. Sie verraten sich beispielsweise im Radiobereich und können hier mithilfe empfindlicher Radioteleskope beobachtet werden. Diese detektieren nämlich das schwache Signal von neutralem Wasserstoff.

Eine dieser sogenannten Hochgeschwindigkeitswolken ist die "Smith-Wolke", die seit den 1960er Jahren bekannt ist. Würde man die Wolke am Nachthimmel mit bloßem Auge sehen können, würde sie fast so groß erscheinen wie das bekannte Sternbild Orion. Die Wolke ist gegenwärtig etwa 8.000 Lichtjahre von der galaktischen Scheibe unserer Milchstraße entfernt und bewegt sich mit einer Geschwindigkeit von mehr als 240 Kilometern pro Sekunde. Die Scheibe dürfte sie somit in etwa 30 Millionen Jahren erreichen.

Theoretisch sollten solche Wolken, die nur aus Wasserstoffgas bestehen, eine Passage der dichten Scheibenregion der Milchstraße nicht überstehen. Der gravitative Einfluss der zahlreichen hier vorhandenen Sterne müsste eigentlich dafür sorgen, dass sie sich während des Flugs durch die Scheibe auflöst. Bei der Smith-Wolke ist dies jedoch offenbar anders: Beobachtungen deuten nämlich darauf hin, dass die Wolke bereits schon einmal vor vielen Millionen Jahren die Scheibe unserer Galaxie passiert hat.


Falschfarbenaufnahme der Smith-Wolke, die auf Daten des Green-Bank-Radioteleskops basiert.

Großansicht: http://www.astronews.com/news/artikel/2014/05/1405-034a.shtml

"Die Smith-Wolke ist wirklich etwas ganz Besonderes", meint auch Matthew Nichols vom Observatoire de Sauverny in der Schweiz. "Sie ist schnell, vergleichsweise ausgedehnt und zudem noch so nahe, dass wir sie detailliert untersuchen können. Sie scheint außerdem ein Geheimnis zu besitzen, da ein Objekt wie dieses eine Reise durch die Milchstraße nicht überstehen sollte. Allerdings deutet alles darauf hin, dass sie dies irgendwie geschafft hat."

Durch eine sorgfältige Auswertung der Beobachtungsdaten und die Modellierung der Wolke glauben die Astronomen nun herausgefunden zu haben, warum dies so ist: Die Smith-Wolke muss von einer signifikanten Hülle aus Dunkler Materie umgeben sein. Dunkle Materie ist nicht direkt beobachtbar, sondern es lässt sich nur indirekt durch ihre Gravitationswirkung auf sie schließen. Um was es sich bei Dunkler Materie handelt, weiß man bislang nicht.

"Basierend auf der ermittelten Bahn der Wolke, konnten wir zeigen, dass eine Wolke ohne Dunkle Materie eine Passage der Scheibe nie überleben würde", so Jay Lockman vom National Radio Astronomy Observatory in Green Bank im US-Bundesstaat West Virginia. "Einer Wolke mit Dunkler Materie hingegen sollte dies ohne weiteres möglich sein und das Ergebnis wäre ein Objekt, dass genauso aussieht, wie die Smith-Wolke heute."

Die meisten Hochgeschwindigkeitswolken stammen, so die Überzeugung der Astronomen, aus der Milchstraße und sind beispielsweise Überreste von der Entstehung unserer Heimatgalaxie oder durch Gas entstanden, das durch Supernova-Explosionen ins All geblasen wurde. Es gibt aber auch Objekte, die einen außergalaktischen Ursprung haben. Der vermutete Halo aus Dunkler Materie bei der Smith-Wolke würde darauf hindeuten, dass auch sie zu dieser Minderheit gehört.

"Sollte sich der Befund bestätigen, wäre die Smith-Wolke eine verhinderte Galaxie", so Nichols. "Eine solche Entdeckung würde uns dann eine untere Grenze dafür liefern, wie klein Galaxien sein können." Der Fund könnte den Astronomen also vielleicht auch etwas über die Vorgänge rund um die Bildung von Sternen in den Anfangsjahren der Milchstraße verraten.

Über ihre Untersuchung berichten die Wissenschaftler in einem Fachartikel, der in den Monthly Notices of the Royal Astronomical Society erscheinen soll.


Quelle: http://www.astronews.com/news/artikel/2014/05/1405-034.shtml
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BeitragThema: Re: Unsere Milchstraße    Fr 22 Aug - 23:24 7409

LA SILLA:

Ein Blick auf zwei Sternentstehungsgebiete

Die europäische Südsternwarte ESO hat in dieser Woche eine neue Aufnahme veröffentlicht, die gleich zwei eindrucksvolle Sternentstehungsregionen in der südlichen Milchstraße zeigt. Sie sind allerdings ganz unterschiedlich weit von der Erde entfernt, wurden aber beide 1834 von John Herschel erstmals beobachtet.

Eines der Sternentstehungsgebiete, die auf der in dieser Woche von der europäischen Südsternwarte ESO veröffentlichten Aufnahme zu sehen sind, wird dominiert vom eindrucksvollen Sternhaufen NGC 3603, der in rund 20.000 Lichtjahren Entfernung im Carina-Sagittarius-Arm der Milchstraße liegt. Es ist der Haufen mit der höchsten Konzentration von massereichen Sternen, den man bislang in der Milchstraße entdeckt hat.

Im Zentrum des Sternhaufens befindet sich ein Mehrfachsystem aus sogenannten Wolf-Rayet-Sternen. Es handelt sich dabei um massereiche Sonnen im fortgeschrittenen Stadium ihrer Entwicklung. In dieser Phase ihres stellaren Lebens blasen diese Sterne große Mengen an Material durch gewaltige Sternwinde mit hoher Geschwindigkeit ins All.

In NGC 3603 entstehen aber noch immer neue Sonnen. Dies geschieht in der Regel im Verborgenen, im Inneren von dunklen und staubigen Regionen. Erst wenn die jungen Sterne zu leuchten beginnen, lösen sie den Kokon in dem sie entstanden sind, langsam auf und bringen die sie umgebenden Gaswolken zum Leuchten. Die intensive Strahlung der jungen Sonnen führt dazu, dass das Wasserstoffgas ionisiert wird, also ein Elektron verliert. Man nennt solche Regionen daher auch HII-Regionen (sprich: H-zwei-Regionen).


Die Sternentstehungsgebiete NGC 3603 (links) und NGC 3576 (rechts).

Großansicht: http://astronews.com/news/artikel/2014/08/1408-018a.shtml

Das ionisierte Wasserstoffgas leuchtet in einem typischen rötlichen Farbton, der charakteristisch für Sternentstehungsgebiete ist. Diese Strahlung wird dann ausgesandt, wenn sich ein ionisiertes Wasserstoffatom wieder ein Elektron aus der Umgebung einfängt. HII-Regionen können einen Durchmesser von vielen Hundert Lichtjahren haben. Die HII-Region rund um NGC 3603 gilt als massereichste Region dieser Art in der Milchstraße.

NGC 3603 wurde erstmals am 14. März 1834 von John Herschel beobachtet, während er über einen Zeitraum von drei Jahren den südlichen Sternenhimmel von Kapstadt aus erforschte. Er beschrieb den Haufen als ein bemerkenswertes Objekt, bei dem es sich vielleicht um einen Kugelsternhaufen handeln könnte. Weitere Untersuchungen zeigten dann aber, dass es sich in Wirklichkeit nicht um einen alten Haufen, sondern um einen sehr massereichen jungen offenen Sternhaufen handelt.

Die Sternentstehungsregion NGC 3576 auf der rechten Seite ist nur rund 9.000 Lichtjahre entfernt. Auffällig sind die beiden gekrümmten Objekte, die ein wenig an die Hörner eines Schafbocks erinnert. Sie sind das Ergebnis von heftigen stellaren Winden von jungen heißen Sternen in der Zentralregion des Nebels, durch die Gas und Staub über 100 Lichtjahre weit in die Umgebung geblasen wurden.

Auch zu erkennen sind - im oberen Bereich des Nebels - zwei dunkle kompakte Gebilde, die als Bok-Globulen bezeichnet werden. Es handelt sich dabei um Regionen, in denen eventuell einmal Sternen entstehen könnten. Auch NGC 3576 wurde von John Herschel im Jahr 1834 entdeckt.

Die Daten für die Aufnahme wurden mit dem Wide Field Imager am 2,2-Meter-MPG/ESO-Teleskop in La Silla in Chile gewonnen.

Quelle: http://astronews.com/news/artikel/2014/08/1408-018.shtml
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BeitragThema: Re: Unsere Milchstraße    Fr 29 Aug - 16:36 7444

Ein Gigant im größten Sternentstehungsgebiet

Astronomen ist es jetzt gelungen, den massereichsten Stern im größten Sternentstehungsgebiet unserer Milchstraße zu identifizieren. Der Stern mit der Bezeichnung W49nr1 hat die 100- bis 180-fache Masse unserer Sonne. Von den Beobachtungen des stellaren Giganten erhoffen sich die Forscher neue Erkenntnisse über die Entstehung solcher Riesensterne.

Die Entdeckung eines neuen, sehr massereichen Sterns ist für Astronomen aus mehreren Gründen spannend. Solche Sterne mit mehr als Hundert Mal der Masse unserer Sonne bergen nach wie vor einiges an Rätseln: Im Vergleich mit der Sonne sind sie sehr kurzlebig - einige Millionen Jahre im Vergleich mit den mehr als zehn Milliarden Jahren der Sonne - und unter anderem deshalb sehr selten. Unter den Milliarden von Sternen, die Astronomen erfasst und untersucht haben, fallen nur wenige Dutzend in diesen Massenbereich – und die meisten davon kennt man erst seit einigen Jahren.

Die massereichen Sterne haben aber trotzdem einen enormen Einfluss auf ihre Umgebung: Sie sind extrem hell und senden große Mengen sowohl hochenergetischer UV-Strahlung als auch von Teilchenstrahlung aus, den sogenannten Sternenwind. Damit "pustet" ein solcher Stern eine große Blase in das ihn umgebene Gas; sternnahes Gas wird dabei sofort in seine Bestandteile zerlegt (ionisiert), weiter entferntes Gas schiebt der Stern von sich weg.

Das verdrängte Gas kann beispielsweise bewirken, dass noch fernere Gaswolken kollabieren und neue Sterne bilden. So können also massereicher Sterne weitere Sternentstehung auslösen. Bis vor einigen Jahren waren sich Astronomen allerdings nicht einmal richtig sicher, wie Sterne mit derart großer Masse überhaupt entstehen können. Erst kürzlich ist es Fachleuten gelungen, die Entstehung solcher Sterne zu simulieren.


Farbaufnahme des zentralen Bereichs von W49. Der Stern W49nr1 ist mit einem weißen Pfeil gekennzeichnet.

Großansicht: http://astronews.com/news/artikel/2014/08/1408-029a.shtml

Der genaue Ablauf ist dabei noch unklar, es gibt mehrere konkurrierende Modelle für die Entstehung massereicher Sterne. In einem davon entstehen Sterne dieser Klasse, wenn in einem ausgedehnten Sternhaufen zwei Sterne miteinander verschmelzen. Bislang gab es allerdings nur drei Sternhaufen  - NGC 3603 und den Arches-Sternhaufen in der Milchstraße sowie R136 in der Großen Magellanschen Wolke)-  in denen derart massereiche Sterne nachgewiesen werden konnten.

Jetzt hat eine Gruppe von Astronomen unter der Leitung von Shiwei Wu vom Max-Planck-Institut für Astronomie einen weiteren solchen massereichen Stern entdeckt - und das nicht irgendwo, sondern in der größten bekannten Sternentstehungsregion unserer Milchstraße. Die Region trägt die Bezeichnung W49 und ist rund 36.000 Lichtjahre von der Erde entfernt. Ganze zwei Spiralarme unserer Heimatgalaxie mit all ihrem Staub liegen zwischen uns und dem Sternhaufen.

Das hat die Entdeckung des neuen stellaren Riesen nicht einfacher gemacht: "Weil W49 hinter großen Mengen interstellaren Staubs verborgen ist, erreicht uns nur ein Billionstel des sichtbaren Lichts, das seine Sterne in Richtung Erde schicken. Daher haben wir unsere Beobachtungen im Infrarotbereich durchgeführt - Infrarotlicht kann den Staub weitgehend unbehindert durchqueren", erklärt Wu.

Mithilfe eines Infrarotspektrums, das das Team mit dem Very Large Telescope der Europäischen Südsternwarte (ESO) aufgenommen hatten, konnten die Astronomen den Typ des Sterns bestimmen. Zusammen mit der gemessenen Sternhelligkeit erlaubt es diese Information, die Temperatur ebenso abzuschätzen wie die Gesamtmenge an Licht, die der Stern aussendet. Aus dem Vergleich mit Sternmodellen ergab sich dann, dass der Stern eine Masse zwischen 100 und 180 Mal der Masse der Sonne besitzen sollte.

Aufgrund seiner enormen Größe ist W49 eine der wichtigsten Regionen in unserer Galaxie, in der sich die Entstehung und Entwicklung sehr massereicher Sterne untersuchen lässt - und mit W49nr1 haben die Astronomen nun das Schlüsselobjekt des Haufens identifiziert. Aus den den aktuellen und weiteren Beobachtungen erhoffen sie sich weitere Antworten über das kurze Leben der massereichen Sterne und ihre noch immer geheimnisvolle Geburt.


Quelle: http://astronews.com/news/artikel/2014/08/1408-029.shtml
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BeitragThema: Re: Unsere Milchstraße    Mo 17 Nov - 17:54 9256

Galaxys81 schrieb:

Wir rasen mit einer Geschwindigkeit von etwa zwei Millionen Kilometern pro Stunde durch das All?!  Argh!


jj1 Richtig.

Schnell, was? zwinki1
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BeitragThema: Re: Unsere Milchstraße    Mo 24 Nov - 18:09 9539

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Zitat:

"Galaktische Heimat weiter im Visier

In Heidelberg wird weiter intensiv über die Entstehung und Entwicklung unserer galaktischen Heimat geforscht. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat jetzt einen dort seit 2011 bestehenden Sonderforschungsbereich um vier Jahre verlängert. Ein Schwerpunkt während der zweiten Förderperiode soll die Auswertung von Daten der Astrometriemission Gaia sein.



So könnte unsere Milchstraße aus der Entfernung aussehen. Bild: NASA/JPL-Caltech

Der Sonderforschungsbereich "Das Milchstraßensystem" kann seine Arbeit an der Universität Heidelberg für weitere vier Jahre fortsetzen. Nach einer internationalen Begutachtung hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) für eine zweite Förderperiode Mittel in Höhe von gut neun Millionen Euro bewilligt. Der 2011 eingerichtete Forschungsverbund ist am Heidelberger Zentrum für Astronomie angesiedelt und befasst sich mit der Entstehung der Milchstraße sowie fundamentalen Fragen der Galaxienentwicklung.

Im Mittelpunkt der Forschungsarbeiten steht, wie der Name schon andeutet, unsere Heimatgalaxie, die Milchstraße, die eine typische Spiralgalaxie ist und damit zur häufigsten Klasse massereicher Galaxien im Universum gehört. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Sonderforschungsbereich widmen sich der Frage nach der Entstehung und Entwicklung der Milchstraße, um Grundprinzipien der Galaxienbildung zu klären.

"Aufgrund unserer Lage innerhalb der Milchstraße ist unsere Heimatgalaxie ein einzigartiges Laboratorium für die genaue Erforschung der physikalischen Prozesse, die die Galaxienentwicklung bestimmen", so Prof. Dr. Eva Grebel vom Astronomischen Rechen-Institut, die Sprecherin des Sonderforschungsbereichs. "Im Milchstraßensystem können wir sogar 'galaktische Archäologie' betreiben und seine Sterne als fossile Anzeiger der chemischen Entwicklungsgeschichte und des kosmischen Materiekreislaufs nutzen".

Mit den Arbeiten am SFB 881 ist zugleich das Ziel verbunden, Vorhersagen kosmologischer Modelle zur Galaxienentstehung im Detail zu überprüfen und die kleinskalige Verteilung dunkler Materie zu untersuchen. Mit den Arbeiten in der ersten Förderperiode wurden auf diesem Gebiet wichtige Fortschritte erzielt, erklärt Grebel. So sei es erstmals gelungen, in Simulationen realistische Scheibengalaxien wie die Milchstraße zu erzeugen. Ein leistungsfähiger neuer Supercomputer unterstützt die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am SFB bei diesen aufwendigen Berechnungen.

"Zudem konnten dank umfassender spektroskopischer Himmelsdurchmusterungen, an denen unser Sonderforschungsbereich beteiligt ist, die Eigenschaften der Sterne in verschiedenen Komponenten der Milchstraßenscheibe mit großer Genauigkeit vermessen werden. Dabei war es möglich, Theorien zur Scheibenentwicklung zu prüfen und zu verfeinern", so die Heidelberger Astronomin. Darüber hinaus wurden mehr als 3.000 offene Sternhaufen charakterisiert.

"In den Außenbereichen der Milchstraße haben wir etliche neue Substrukturen entdeckt. Dabei handelt es sich wahrscheinlich um die Überreste von Zwerggalaxien, die von der Milchstraße 'verschlungen' wurden", betont Prof. Grebel. "Zugleich wurden wichtige Durchbrüche erzielt in der Frage, wie Sterne aus Molekülwolken entstehen."

Ein wesentlicher Schwerpunkt während der zweiten Förderperiode wird die wissenschaftliche Auswertung der Daten der europäischen Satelliten-Mission Gaia sein, an der Heidelberger Forscherinnen und Forscher federführend beteiligt sind. Gaia und andere große Himmelsdurchmusterungen sowie Fortschritte in der theoretischen Modellierung hätten, so Grebel, eine neue Dekade der Milchstraßenforschung eingeleitet, für die die Heidelberger Astronomen "hervorragend positioniert" seien..."


ganzer Artikel: http://www.astronews.com/news/artikel/2014/11/1411-031.shtml
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BeitragThema: Re: Unsere Milchstraße    Di 25 Nov - 20:00 9581

Von der Seite: http://www.astronews.com

Zitat:

"Die Gaswolken im Zentrum der Milchstraße

Eine im Jahr 2011 entdeckte riesige Gaswolke, die das Zentrum der Milchstraße umkreist, könnte zu einem regelrechten Gasstrom gehören. Astronomen stellten nämlich jetzt fest, dass die Gaswolke eine sehr ähnliche Bahn um das dortige supermassereiche Schwarze Loch besitzt, wie eine Gaswolke, die vor etwa einem Jahrzehnt beobachtet worden war.



Die beiden Gaswolken G1 (blau) und G2 (rot) auf ihrem Orbit um das zentrale Schwarze Loch. Bild: MPE Großansicht u. weiteres Bild: http://www.astronews.com/news/artikel/2014/11/1411-033a.shtml


Die Gaswolke G2 im April 2014. Bild: MPE Großansicht: http://www.astronews.com/news/artikel/2014/11/1411-033b.shtml

Im Jahr 2011 spürten Stefan Gillessen und seine Kollegen vom Garchinger Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik eine Gaswolke auf, die auf einer nahezu radialen Umlaufbahn in Richtung des Schwarzen Lochs in der Mitte unserer Milchstraße fiel. Manche Wissenschaftler erwarteten ein großes Spektakel, falls das Objekt von dem Schwarzen Loch verschlungen und dabei Strahlung freigesetzt würde. Allerdings blieb es ruhig.

Beobachtungen am Very Large Telescope der Europäischen Südsternwarte (ESO) vom April 2013 offenbarten dann, dass ein Teil dieser G2 genannten Gaswolke seine größte Annäherung an das Schwarze Loch mit einer Entfernung von etwa 20 Lichtstunden (etwas mehr als 20 Milliarden Kilometer) zum damaligen Zeitpunkt bereits hinter sich hatte. Neue Infrarotbeobachtungen mit dem Instrument SINFONI am Very Large Telescope zeigen jetzt die fortlaufenden Störungen der Gaswolke, ausgelöst durch Gezeitenkräfte in dem starken Gravitationsfeld des Schwarzen Lochs.

Während Form und Pfad der Gaswolke gut mit den Vorhersagen aus den Modellen übereinstimmen, gab es bisher immer noch keine signifikant erhöhte Emission bei hohen Energien, wie man sie aufgrund der damit verbundenen Stoßfront erwartet hatte. Ein genauerer Blick auf die Daten führte nun zu einer Überraschung: "Schon vor zehn Jahren haben wir eine weitere Gaswolke in der Zentralregion unserer Galaxis beobachtet", erläutert Gillessen. Die Forscher bezeichnen dieses Objekt als G1. "Wir untersuchten den Zusammenhang zwischen G1 und G2 und fanden eine erstaunliche Ähnlichkeit der beiden Bahnen."

Die schwache und verschwommene Wolke G1 taucht in den Daten von 2004 bis 2008 auf. Die Max-Planck-Forscher konnten deren Bahn bestimmen und fanden, dass G1 das Perizentrum (den Punkt größter Annäherung an das Schwarze Loch) schon im Jahr 2001 passiert hatte. Die Ähnlichkeit der Umlaufbahnen legt somit nahe, dass G1 der Gaswolke G2 etwa 13 Jahre voraus ist.

Die Wissenschaftler speisten diese Informationen in ein Modell für eine kombinierte Bahn ein, wobei sie zum einen die verschiedenen Perizentrum-Zeiten berücksichtigten, zum anderen kleine Abweichungen für leicht unterschiedliche Orbits erlaubten; diese sind der Wechselwirkung des Gases mit dem Umgebungsmedium geschuldet.

"Unsere Grundidee ist, dass G1 und G2 Klumpen desselben Gasflusses sein könnten", sagt Oliver Pfuhl vom Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik. "In diesem Fall sollten wir in der Lage sein, gleichzeitig beide Datensätze anzupassen. Und tatsächlich beschreibt unser Modell die G1- und G2-Orbits bemerkenswert genau." Das Modell geht davon aus, dass G1 während des Durchgangs durch das Perizentrum abgebremst wurde, und zwar durch die Widerstandskraft der dünnen Atmosphäre, die das massereiche schwarze Loch umgibt. Das Abbremsen brachte G1 auf eine Kreisbahn.

Allein mit dieser sehr einfachen Annahme ergibt sich, dass die leuchtenden G1- und G2-Wolken offenbar derselben Umlaufbahn folgen. Kleine Abweichungen sind dabei nicht überraschend, denn das Modell vernachlässigt wohl einige wesentliche physikalische Prozesse. "Die gute Übereinstimmung mit den Daten macht es höchst wahrscheinlich, dass G1 und G2 Teil desselben Gasflusses sind", sagt Gillessen zusammenfassend..."


http://www.astronews.com/news/artikel/2014/11/1411-033.shtml
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BeitragThema: Re: Unsere Milchstraße    Mi 4 Feb - 15:44 11198

"VISTA - Ein Blick durch die Milchstraße

Die europäische Südsternwarte ESO hat heute neue Beobachtungen des bekannten Trifidnebels vorgestellt. Mithilfe des Visible and Infrared Survey Telescope for Astronomy nahmen Astronomen die Region im Infraroten ins Visier und konnten so nicht nur durch den Nebel selbst hindurchschauen, sondern auch durch den staubigen Zentralbereich unserer Galaxie.


Der Trifidnebel in einer neuen Ansicht auf Grundlage von Beobachtungen mit VISTA. Bild: ESO / VVV-Konsortium / D. Minniti [Großansicht]

Die heute von der europäischen Südsternwarte ESO veröffentlichte Aufnahme zeigt den bekannten Trifidnebel. Die Ansicht basiert auf Daten, die mit dem Visible and Infrared Survey Telescope for Astronomy (VISTA) gesammelt wurden und unterscheidet sich deutlich von der uns vertrauten Ansicht dieser Sternentstehungsregion. Die Beobachtungen erfolgten nämlich im Infraroten. In diesem Wellenlängenbereich lässt sich durch Staub, der im sichtbaren Bereich des Lichts die Sicht behindert, in vielen Fällen hindurchblicken.

Auf diese Weise wurden nicht nur Regionen und ihre Sterne erkennbar, die sich - von der Erde aus betrachtet - direkt hinter dem Trifidnebel befinden, sondern auch Bereiche, die ansonsten durch das Zentrum unserer Galaxie verborgen sind. Denn auch hier gibt es große Mengen an Staub. So entdeckten die Astronomen zwei variable Sterne, sogenannte Cepheiden, "hinter" dem Milchstraßenzentrum in der galaktischen Scheibe.

Während der auch als Messier 20 bekannte Trifidnebel etwa 5.200 Lichtjahre von der entfernt ist, befindet sich das Zentrum der Milchstraße in einer Entfernung von etwa 27.000 Lichtjahren. Beide liegen in der gleichen Region am Himmel im Sternbild Schütze. Die beiden Cepheiden sind 37.000 Lichtjahre von uns entfernt.

Cepheiden sind pulsierende Sterne. Sie ändern also regelmäßig ihre Helligkeit. Diese Sterne haben in der Geschichte der Astronomie eine wichtige Rolle gespielt. Man erkannte nämlich, dass sich ihre absolute Helligkeit aus ihrer Pulsationsdauer berechnen lässt. Kennt man aber die absolute Helligkeit eines Sterns, lässt sich seine Entfernung aus seiner scheinbaren Helligkeit am Himmel einfach ermitteln.

Dank dieser besonderen Eigenschaft der Cepheiden gelangte man in den 1920er Jahren zu der Erkenntnis, dass das Weltall deutlich größer ist als angenommen und unsere Milchstraße nur eine von vielen Galaxien im Universum ist.

Die jetzt von der ESO veröffentlichte Aufnahme entstand im Rahmen der Himmelsdurchmusterung VISTA Variables in the Via Lactea (VVV), bei der der Zentralbereich der Milchstraße nach bislang unentdeckten Objekten abgesucht wird. Dabei werden bestimmte Regionen immer wieder anvisiert, um so Objekte aufzuspüren, deren Helligkeit sich im Verlauf der Zeit verändert.

Die Region des Trifidnebels sieht auf dem neuen Bild ganz anders aus als sonst: Anstelle eines farbenprächtigen Nebels, der von dunklen Staubwolken durchzogen ist, erkennt man den eigentlichen Nebel nur noch sehr schemenhaft. Stattdessen sind unzählige zuvor nicht sichtbare Sterne zu erkennen, die teilweise jenseits des Zentrums unserer Galaxie liegen und zuvor noch nie beobachtet wurden.

Darunter befanden sich auch die beiden Cepheiden, die offenbar die hellsten Mitglieder eines Sternhaufens sind. Die neu entdeckten Cepheiden sind die bislang einzigen Cepheiden, die man in der Region der galaktischen Scheibe jenseits des Zentralbereichs der Milchstraße aufspüren konnte. Sie verändern ihre Helligkeit mit einer Periode von elf Tagen..."


Quelle/ganzer Bericht: http://www.astronews.com/news/artikel/2015/02/1502-006.shtml
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BeitragThema: Re: Unsere Milchstraße    Mi 11 Feb - 11:33 11349

Von der Seite: http://www.astronews.com

Zitat:


"Dunkle Materie auch in der inneren Milchstraße

Die Dunkle Materie gehört zu den wohl größten Rätseln der modernen Astronomie. Diese schwer fassbare Substanz gibt es auch in unserer Milchstraße, doch ließ sich ihre Existenz bislang nur für die Außenbereiche belegen. Durch eine sorgfältige Auswertung der Bewegungen von Gas und Sternen glauben Astronomen aber nun, auch Beweise für Dunkle Materie im Inneren unserer Heimatgalaxie gefunden zu haben.


Im Bild wurden Markierungen für die Rotationsgeschwindigkeit aus der jetzt vorgestellten Arbeit über ein Foto der Milchstraße gelegt, wie sie von der südlichen Hemisphäre aus zu sehen ist. Bild: TU München / Serge Brunier / NASA (Hintergrund) [Gesamtansicht]


Eine mysteriöse Form von Materie durchzieht unser Universum. Sie ist etwa fünf Mal häufiger als die sichtbare Materie, jedoch nach wie vor von unbekannter, "dunkler" Natur. Dass sie existieren muss, belegten Forschungsarbeiten bereits in den 1970er Jahren. Erstmals ist es nun einem internationalen Wissenschaftlerteam gelungen, die Existenz Dunkler Materie auch im Inneren unserer Galaxie nachzuweisen.

Die allgegenwärtige Präsenz der Dunklen Materie im Universum ist heute ein zentraler Grundsatz der modernen Kosmologie und Astrophysik. In verschiedenen Galaxien wurde ihre Existenz seit den 1970er Jahren mit einer Reihe von Methoden belegt. Eine dieser Methoden ist die Messung der Drehgeschwindigkeit von Gas und Sternen. Wissenschaftler können so eine Galaxie "wiegen" und ihre Gesamtmasse bestimmen.

Dabei zeigt sich, dass die gewöhnliche Materie nur einen Bruchteil der Gesamtmasse ausmacht, den überwiegenden Teil trägt die Dunkle Materie bei. Auch in den äußeren Bereichen unserer eigenen Galaxie, der Milchstraße, wurden die Astronomen mit diese Methodik fündig. Nur im inneren Bereich war es bisher unmöglich, die Anwesenheit Dunkler Materie sicher zu belegen.

Der Durchmesser unserer Galaxie beträgt etwa 100.000 Lichtjahre. Unser Sonnensystem ist etwa 26.000 Lichtjahre vom Zentrum der Milchstraße entfernt. Je näher man der Mitte kommt, desto schwieriger wird es, die Rotation des Gases und der Sterne mit der benötigten Genauigkeit zu messen.

Auf Basis der Messung von Sternenbewegungen glauben Wissenschaftler der Technischen Universität München, der Universität Stockholm, der Freien Universität Madrid, des Internationalen Zentrums für Theoretische Physik des Südamerikanischen Instituts für Grundlagenforschung in São Paulo und der Universität Amsterdam erstmalig einen Beweis für die Anwesenheit Dunkler Materie im Inneren der Milchstraße vorlegen zu können. Dunkle Materie existiert danach auch im Bereich unseres Sonnensystems und in unserer direkten "kosmischen Nachbarschaft".

In einem ersten Schritt erstellten die Forscher die umfassendste Sammlung veröffentlichter Messungen der Bewegung von Gas und Sternen in der Milchstraße. Dann berechneten sie auf Basis aktueller Forschungsergebnisse die Rotationsgeschwindigkeit, die die Milchstraße haben müsste, wenn sie nur aus sichtbarer Materie bestünde. Der Vergleich der gemessenen und der berechneten Geschwindigkeit würde eindeutig zeigen, dass hier die Dunkle Materie einen entscheidenden Beitrag leistet.

"Wir konnten mit unserer Arbeit belegen, dass sich das Gas und die Sterne in unserer Galaxie ohne den Beitrag der Dunklen Materie nicht mit den beobachteten Geschwindigkeiten drehen könnten", erläutert Dr. Miguel Pato, der die Analyse an der Technischen Universität München durchführte. "Allerdings wissen wir immer noch nicht, aus was die Dunkle Materie besteht. Dies ist eine der wichtigsten Wissenschaftsfragen unserer Zeit".

Auch für geringe Entfernung vom Zentrum der Milchstraße würden die Daten der Forschungsarbeit, so die Astronomen, eine hohe Aussagekraft besitzen. Sie erschließen damit neue Wege zur Bestimmung der Verteilung Dunkler Materie in unserer Galaxie. Zukünftige astronomische Beobachtungen könnten damit die Verteilung der Dunklen Materie in unserer Galaxie mit bisher unerreichter Genauigkeit bestimmen..."


Quelle/kompletter Bericht: http://www.astronews.com/news/artikel/2015/02/1502-013.shtml
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BeitragThema: Re: Unsere Milchstraße    Di 10 März - 19:15 11972

astronews schrieb:
"Der schnellste Stern der Milchstraße

Auf den ersten Blick scheint der Stern US 708 nicht wirklich etwas Besonderes zu sein. Wenn man allerdings genauer hinschaut, fällt auf, dass er sich mit großer Geschwindigkeit durch die Milchstraße bewegt und zudem zu einem großen Teil aus Helium besteht. Jetzt fanden Astronomen eine Erklärung für die hohe Geschwindigkeit und die Zusammensetzung des Sterns.


Seit einer thermonuklearen Supernova hat der schnellste Stern der Milchstraße mit dem Namen US 708 eine so hohe Geschwindigkeit, dass er sogar unsere Galaxie verlassen wird (Illustration). Bild: ESA / Hubble, NASA und Sebastian Geier [Großansicht]


Er ist so schnell unterwegs wie kein anderer: Ein Team aus Astrophysikern unter Leitung von Forschern der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) entdeckte vor zehn Jahren in unserer Galaxie den unscheinbaren Stern US 708, der sich später als wahrer Raser entpuppte. Anhand neuer Beobachtungen, an denen das Team der FAU maßgeblich beteiligt war, ist nun die Ursache für die immense Geschwindigkeit aufgeklärt: Schuld ist eine Explosion, nämlich eine thermonukleare Supernova. Mit den Ergebnissen einer jetzt veröffentlichten Studie lassen sich diese bislang überaus rätselhaften Explosionen besser verstehen.

Mit 4.320.000 Kilometern pro Stunde ist der Stern US 708 rund 2.000-mal schneller als das Überschallflugzeug Concorde und etwa viereinhalbmal so schnell wie unsere Sonne. Er übertrifft damit alle bisher gemessenen Geschwindigkeitsrekorde von Sternen um Längen. Sein Tempo ist sogar so hoch, dass er unsere Galaxie, die Milchstraße, auf Nimmerwiedersehen verlassen wird.

Heute kennen die Astronomen unter den 100 Milliarden Sternen unserer Galaxis gerade einmal zwei Dutzend ähnlich schnelle Sterne. Sie entstehen üblicherweise, wenn sich ein Doppelstern dem supermassereichen Schwarzen Loch im Zentrum der Milchstraße nähert und dabei auseinandergerissen wird. Ein Stern fällt dann ins Schwarze Loch, der Partner wird aus der Galaxie katapultiert und so zum Hochgeschwindigkeitsstern.

Doch die Erlanger Forscher hegten Zweifel, ob auch US 708 aus dem Zentrum unserer Galaxis stammt. Denn was sich auf diese Weise nicht erklären ließ war, warum US 708 - anders als andere bekannte Hochgeschwindigkeitssterne - aus Helium besteht.

Heliumsterne sind äußert seltene, alte Sterne von nur halber Sonnenmasse. Normale Sterne, wie unsere Sonne, bestehen dagegen hauptsächlich aus Wasserstoff. Durch die aktuellen Beobachtungen kamen die Forscher der Entstehung von US 708 und damit auch der Ursache für seine immense Geschwindigkeit auf die Spur.

Den Wissenschaftlern gelang es, die Flugbahn des Sterns zu rekonstruieren. Dabei kam heraus, dass der Stern unmöglich aus dem Zentrum der Milchstraße kommen kann und daher das dortige Schwarze Loch als Katapult ausscheidet. Doch welches Ereignis machte US 708 einerseits zu einem rasenden Stern und andererseits zu einem Heliumstern?

Die Forscher entdeckten, dass US 708 sich viel schneller dreht als jeder andere bekannte Heliumstern. Dies ist ein Hinweis darauf, dass er einmal einen sehr nahen Doppelsternpartner hatte, dessen Gezeitenkräfte ihn wie einen Brummkreisel aufgezogen haben.

Mittels Computersimulationen ergab sich ein schlüssiges Bild: Der Doppelsternpartner muss ein sehr kompakter, nur erdgroßer Stern gewesen sein, ein sogenannter Weißer Zwerg. Die beiden Sterne rotierten um einen gemeinsamen Mittelpunkt, kamen sich immer näher, die Umlaufgeschwindigkeit wurde größer. Der Weiße Zwerg entriss seinem Partner so viel von seiner Hülle, dass dessen Heliumkern sichtbar wurde und in der Folge Helium von US 708 zum Weißen Zwerg strömte.

Der Abstand wurde noch kleiner, die Geschwindigkeit noch höher, noch mehr Helium strömte zum Weißen Zwerg. Bevor der Weiße Zwerg den anderen Stern komplett schluckte, explodierte er jedoch und wurde bei dieser thermonuklearen Supernova komplett zerstört.

Zwar hatte diese Explosion eine enorme Wucht, doch war sie nur zu einem kleinen Teil für das hohe Tempo verantwortlich, mit dem US 708 jetzt durchs Weltall rast. Vielmehr betrugen die Umlaufgeschwindigkeiten im Doppelsternsystem kurz vor der Explosion fast 1.000 Kilometer pro Sekunde. Als der Weiße Zwerg explodierte, fiel mit einem Schlag auch dessen Anziehungskraft weg. US 708 behielt seine bereits ohnehin immens große Geschwindigkeit bei, wurde durch die Supernova sogar noch ein bisschen beschleunigt. Seither ist er als schnellster Stern der Milchstraße unterwegs..."

Quelle: http://www.astronews.com/news/artikel/2015/03/1503-014.shtml
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BeitragThema: Re: Unsere Milchstraße    Do 23 Apr - 12:17 12672

astronews schrieb:
"Masse mithilfe von Sternstrom bestimmt

Unser Sonnensystem ist Teil der Milchstraße. Deswegen sollte sich diese Galaxie von der Erde aus eigentlich besonders gut erforschen lassen. Doch leider führt unsere Lage auch zu Problemen: So lässt sich die Masse der Milchstraße bislang nur sehr ungenau bestimmen. Nun haben Astronomen es mithilfe eines Sternstroms versucht - mit durchaus vielversprechendem Ergebnis.


Karte des nördlichen Sternenhimmels angefertigt mit Daten des Sloan Digital Sky Surveys: Palomar 5 ist der hellste der bisher entdeckten Ströme und diente nun als "Waage" für die Milchstraße. Bild: Ana Bonaca / Yale University mit Daten des Sloan Digital Sky Survey [Großansicht]


Die meisten Menschen kennen ihr Körpergewicht exakt bis aufs Kilo und selbst das Gewicht des Kölner Doms kann man auf wenige Prozent genau bestimmen. Wenn es jedoch um die Masse der Milchstraße geht, versagten bisher alle Messmethoden. Die Unterschiede zwischen verschiedenen Schätzungen liegen oft bei weit über 100 Prozent. Ein neues Verfahren könnte nun erheblich genauere Werte liefern. Beteiligt an dessen Entwicklung waren auch Wissenschaftlern der Universität Bonn.

Die Milchstraße besteht aus rund 100 Milliarden Sternen, die sich zum größten Teil - wie die Sonne - in der galaktischen Scheibe befinden. Da wir uns mitten in dieser Scheibe befinden, sehen wir unsere Galaxie als Band am Himmel. Diese einzigartige Perspektive erlaubt es Wissenschaftlern, die Milchstraße von innen zu erforschen.

Die fehlende Vogelperspektive auf unsere Galaxie macht es andererseits schwer, die Größe der Galaxie zu erfassen oder gar ihre Masse zu bestimmen. Ein internationales Team von Wissenschaftlern unter Federführung des deutschen Astronomen Dr. Andreas Küpper von der Columbia University in New York entwickelte nun eine Methode, mit der die Milchstraße mit einer unerreichten Präzision vermessen werden kann. In ihrer Studie machten sich die Forscher Sternströme von Kugelsternhaufen zunutze, um die Milchstraße zu "wiegen" und die Position der Erde innerhalb der Galaxie neu zu bestimmen.

"Kugelsternhaufen sind Gruppen von Tausenden bis zu Millionen von Sternen, die gemeinsam entstanden sind, als das Universum noch sehr jung war. Sie umkreisen unsere Galaxie seit vielen Milliarden Jahren und lösen sich langsam auf. Dabei hinterlassen sie eine Spur am Himmel", erklärt Küpper. Diese Sternenströme seien relativ leicht am Sternenhimmel zu erkennen, weil sie eine höhere Dichte als ihre Umgebung haben und ähnlich wie ein Kondensstreifen am Wolkenhimmel deutlich herausstechen.

Die Wissenschaftler verwendeten für ihre Untersuchung Daten des Sloan Digital Sky Surveys, der zehn Jahre lang den Nordhimmel kartographiert hat. "Ähnlich wie vor 200 Jahren Friedrich Wilhelm Argelander die Astronomie mit seiner 'Bonner Durchmusterung' revolutioniert hat, eröffnen uns moderne Surveys völlig neue Möglichkeiten, unser Universum zu verstehen", so Teammitglied Pavel Kroupa, Professor am Helmholtz-Institut für Strahlen- und Kernphysik der Universität Bonn.

Der Palomar-5-Sternstrom, den die Forscher verwendeten, um die Präzision ihrer Methode unter Beweis zu stellen, wurde bereits vor zehn Jahren zu Beginn des Surveys entdeckt. Mit den neuesten Daten des Surveys konnte der Strom nun so genau vermessen werden, dass die Forscher regelmäßige Dichteschwankungen entlang des Stroms entdecken konnten. Diese wurden 2010 von Küpper mithilfe von numerischen Simulationen vorhergesagt, als dieser seine Promotion bei Kroupa in Bonn anfertigte.

Küpper, der nun an der Columbia University in New York als Hubble Fellow forscht, erzeugte mehrere Millionen Modelle des Palomar-5-Stroms mithilfe eines Supercomputers. Die unterschiedlichen Modelle verglichen die Forscher mit den Beobachtungen am Himmel und stellten fest, dass nur in einem sehr realistischen Modell der Milchstraße das computergenerierte Dichtemuster dem beobachteten Muster ähnlich sah.

Um jedoch aus den Millionen von Modellen die wahrscheinlichsten Varianten herauszufiltern, mussten sie auf statistische Methoden zurückgreifen, die auch in der Genetik Anwendung finden und von Suchmaschinen wie Google dazu verwendet werden, um Suchergebnisse zu sortieren.

Ihre neue "Waage" liefert den Forschern aktuell eine Präzision von bisher unerreichten 20 Prozent. Sie bestimmten damit die Masse der Milchstraße in Sternen und Gas innerhalb eines Radius von 60.000 Lichtjahren: Sie entspricht 210 Milliarden Mal der Masse der Sonne - ein durchaus "gesundes Gewicht", so die Astronomen.

"Die Milchstraße ist weder übermäßig schwer noch besorgniserregend leicht", so Kroupa. Eine gravierend abweichende Masse würde auch im Widerspruch zu anderen unabhängigen Messungen stehen. Jedoch werde sich erst in Zukunft, wenn weitere Sternenströme vermessen werden und somit ein Gesamtbild der Milchstraße entsteht, zeigen, ob die Galaxie tatsächlich "kerngesund" ist oder nicht..."

Quelle/ganzer Artikel: http://www.astronews.com/news/artikel/2015/04/1504-025.shtml
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Unsere Milchstraße

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