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 Rosetta

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Galaxys81
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BeitragThema: Rosetta    Mi 16 Okt - 11:32 1355

Hier ein Auszug von dem Bericht auf der Seite: http://www.astronews.com

"Rosetta - Countdown bis zum Aufwachen im Januar

Der Countdown läuft: In weniger als 100 Tagen soll die europäische Raumsonde Rosetta aus ihrem Tiefschlaf erwachen. 2014 nämlich wird die Sonde nach einem über zehnjährigen Flug endlich ihr Ziel erreicht haben: den Kometen 67P/Churyumov–Gerasimenko. Bis dahin muss die Sonde jedoch noch gründlich getestet und auf das Rendezvous vorbereitet werden.

Die Spannung bei der ESA steigt: In weniger als 100 Tagen wird die Kometensonde Rosetta aus ihrem Tiefschlaf erwachen, in dem sie sich seit Juli 2011 befindet. Auf der Rosetta-Webseite der europäischen Weltraumagentur läuft bereits der Countdown bis zum Aufwachen: Beim Erscheinen dieses Artikels waren es noch etwas mehr als 96 Tage und 16 Stunden - wenn denn alles läuft, wie von der ESA geplant.

Rosetta wurde am 2. März 2004 gestartet und hat seitdem eine komplexe Reise durch das Sonnensystem gemacht - alles mit dem Ziel, im Jahr 2014 den Kometen 67P/Churyumov–Gerasimenko einzuholen und diesen auf seinem Weg ins innere Sonnensystem zu begleiten. Die Reise führte Rosetta 2008 und 2010 an zwei Asteroiden vorbei, dreimal flog die Sonde an der Erde vorüber, einmal am roten Planeten Mars.



Die Sonde Rosetta soll am 20. Januar 2014 aus ihrem Tiefschlaf erwachen. Bild: ESA - C. Carreau

Im Juli 2011 versetzten die ESA-Techniker die Sonde in eine Art Tiefschlaf. In den folgenden zwei Jahren sollte sie nämlich den am weitesten von der Sonne entfernten Teil ihrer Reise absolvieren. Rosetta war dabei bis zu 800 Millionen Kilometer von unserem Zentralgestirn entfernt und befand sich damit in der Nähe der Umlaufbahn des Jupiter. Die Sonde wurde mit ihren Solarzellenpaneelen zur Sonne ausgerichtet und zur Stabilisierung in einen langsame Rotation versetzt.

Doch bald wird es für Rosetta Zeit, die Tiefschlafphase zu beenden. Der Komet und die Sonde nähern sich wieder dem inneren Sonnensystem und die wohl spannendste Zeit der Mission steht bevor. Der "Wecker" von Rosetta zum Aufwachen ist auf den 20. Januar 2014 um 11 Uhr MEZ gestellt. Dann soll die Sonde ihre Navigationsinstrumente aufwärmen, die Drehung stoppen und ihre Hauptantenne zur Erde ausrichten, um mit dem wartenden ESA-Team Kontakt aufzunehmen.

"Wir wissen nicht genau, wann sich Rosetta melden wird, aber wir rechnen nicht vor etwa 18.45 Uhr MEZ an diesem Tag damit", so Fred Jansen, der Missionsmanager für Rosetta bei der ESA. "Wir sind schon recht aufgeregt, dass dieser wichtige Meilenstein nun immer näher rückt. Und natürlich sorgen wir uns, in welchem Zustand Rosetta nach fast zehn Jahren im All sein wird."

Zum Zeitpunkt des Weckrufs wird Rosetta noch immer rund neun Millionen Kilometer vom Zielkometen entfernt sein. Während der Annäherung in den darauffolgenden Monaten werden die elf Instrumente der Sonde und die zehn Instrumente des Kometenlanders nach und nach eingeschaltet und auf ihre Funktionsfähigkeit überprüft. Für Ende Mai ist dann eine größeres Kurskorrekturmanöver vorgesehen, um Rosetta auf Rendezvouskurs mit dem Kometen im August zu bringen.

Erste Bilder von 67P/Churyumov–Gerasimenko sollte es bereits im Mai geben. Sie sollen dazu dienen, die Berechnungen über Position und Bahn des Kometen weiter zu verbessern. Nachdem die Sonde nach Ankunft beim Kometen dessen Oberfläche erfasst hat, kann eine Landestelle für den Lander Philae ausgewählt werden. Dessen Landung auf dem Kometenkern ist für November 2014 geplant."


Quelle und ganzer Artikel:
http://www.astronews.com/news/artikel/2013/10/1310-019.shtml
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BeitragThema: Re: Rosetta    Fr 17 Jan - 15:50 4653

Hier ein Auszug von dem Bericht auf der Seite: http://www.astronews.com

Weckruf für ESA-Kometensonde

In diesem Jahr soll die ESA-Raumsonde Rosetta den Kometen 67P/Churyumov–Gerasimenko erreichen und ihn anschließend über ein Jahr lang erforschen. Auch die Landung der kleinen Sonde Philae auf der Oberfläche des Kometen ist vorgesehen. Damit aber aus diesen Plänen Wirklichkeit wird, muss Rosetta zunächst einmal aus ihrem Winterschlaf erwachen. Dies ist für Montag um 11 Uhr geplant.

Schon seit knapp 100 Tagen zählt man bei der europäischen Weltraumagentur ESA die Tage bis zum 20. Januar 2014. Was dann passieren soll, ist im Grunde genommen wenig spektakulär - nur wenn es nicht passiert, dann dürfte dieser Tag vermutlich in die ESA-Geschichte eingehen - als ein schwarzer Tag in der europäischen Raumfahrtgeschichte.

Die Kometensonde soll nämlich am kommenden Montag wieder aus ihrem "Winterschlaf" erwachen, in den man sie im Juli 2011 versetzt hatte. Der interne Wecker der Sonde ist auf den 20. Januar 2014 um 11 Uhr MEZ gestellt. Mit dem Empfang des ersten Signals von Rosetta wird jedoch nicht vor 18.30 Uhr gerechnet.

Die ESA zelebriert dieses Aufwachen der Sonde schon seit Wochen im Internet und auf verschiedenen sozialen Netzwerken. Bei Twitter können Nutzer beispielsweise mit dem Hashtag "#WakeUpRosetta" virtuelle Weckrufe an das Twitter-Konto @ESA_Rosetta senden. Der Twitter-Account, der zuletzt nur "Still sleeping", also "ich schlafe noch", twitterte, soll am Montagabend aktiviert werden und entsprechende Statusinformationen senden.



(Screenshot: astronews)

Noch bis Montagabend nimmt die ESA auch persönliche Video-Weckrufe für Rosetta entgegen. Die maximal 90-sekündigen Videos, in denen man "Wake up Rosetta" singen, sprechen oder flüstern soll, werden in einer öffentlichen Abstimmung bewertet, die noch bis zum 24. Januar laufen wird. Als Hauptpreis winkt eine Einladung nach Darmstadt in das Raumfahrtkontrollzentrum der ESA anlässlich der Landung von Philae auf dem Kometen im November.

Rosetta wurde am 2. März 2004 gestartet und hat seitdem eine komplexe Reise durch das Sonnensystem gemacht - alles mit dem Ziel, im Jahr 2014 den Kometen 67P/Churyumov–Gerasimenko einzuholen und diesen auf seinem Weg ins innere Sonnensystem zu begleiten. Die Reise führte Rosetta 2008 und 2010 an zwei Asteroiden vorbei, dreimal flog die Sonde an der Erde vorüber, einmal am roten Planeten Mars (astronews.com berichtete).

Im Juli 2011 versetzten die ESA-Techniker die Sonde dann in eine Art Tiefschlaf. Seit damals absolvierte die Sonde den am weitesten von der Sonne entfernten Teil ihrer Reise. Rosetta war dabei bis zu 800 Millionen Kilometer von unserem Zentralgestirn entfernt und befand sich damit in der Nähe der Umlaufbahn des Jupiter. Die Sonde wurde mit ihren Solarzellenpaneelen zur Sonne ausgerichtet und zur Stabilisierung in eine langsame Rotation versetzt."


Quelle und ganzer Artikel: http://www.astronews.com/news/artikel/2014/01/1401-023.shtml
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BeitragThema: Re: Rosetta    Di 21 Jan - 15:28 4792

Hier ein Auszug von dem Bericht auf der Seite: http://www.astronews.com

"ESA-Kometensonde aus Winterschlaf erwacht

Die ESA-Kometensonde Rosetta ist nach einer 31-monatigen Tiefschlafphase wieder aufgewacht und hat ein erstes Lebenszeichen zur Erde gefunkt. Damit kann die ambitionierte Mission der europäischen Raumfahrtagentur weitergehen. Rosetta soll im Laufe des Jahres den Kometen 67P/Churyumov–Gerasimenko erreichen und auch einen Lander auf dem Kometenkern absetzen.

Die Kometensonde Rosetta der europäischen Weltraumagentur ESA ist - wie geplant - aus ihrer 31-monatigen Tiefschlafphase erwacht und hat ein erstes "Lebenszeichen" zur Erde gefunkt. Das Signal, das ab 18.30 Uhr MEZ auf dem Bildschirm erwartet wurde, ließ allerdings fast 50 Minuten auf sich warten und sorgte so für einige spannende Minuten im Raumfahrtkontrollzentrum der ESA in Darmstadt. Als das Signal dann auf dem großen Bildschirm sichtbar wurde, gab es langanhaltenden Applaus.



Das langerwartete Signal von Rosetta (der Ausschlag in der Bildmitte). Bild: ESA

Mit dem Aufwachen Rosettas kann nun die heiße Phase der Kometenmission beginnen, deren Höhepunkt eine Landung auf dem Kern des Kometen 67P/Churyumov–Gerasimenko im November dieses Jahres sein soll. In den nächsten Wochen wird das Rosetta-Team die Instrumente der Sonde nach und nach in Betrieb nehmen und auf ihre Funktionsfähigkeit überprüfen. Im Mai ist ein größeres Kurskorrekturmanöver vorgesehen, durch das Rosetta auf Rendezvous-Kurs mit 67P/Churyumov–Gerasimenko gebracht werden soll. Den Kometen wird die Sonde im August erreichen, erste Bilder dürfte es aber schon im Frühjahr geben.

Rosetta war im Juli 2011 in eine Art Tiefschlaf versetzt worden, da die Sonde damals den am weitesten von der Sonne entfernten Teil ihrer Reise begann, auf dem sie bis zu 800 Millionen Kilometer von unserem Zentralgestirn entfernt war. Die Energie aus den Solarzellen hätte hier nicht mehr für einen regulären Betrieb der Sonde ausgereicht. Rosetta wurde daher mit ihren Solarzellenpaneelen zur Sonne ausgerichtet, zur Stabilisierung in eine langsame Rotation versetzt und größtenteils deaktiviert.

Diese Tiefschlafphase endete, so war es in einer internen Uhr der Sonde festgelegt, heute im 11 Uhr MEZ. Nach einer rund sechsstündigen Aufwärmphase der zur Ausrichtung nötigen sogenannten "Startracker" wurde anschließend mit den Steuerdüsen die leichte Rotation der Sonde gestoppt, die Solarzellen erneut Richtung Sonne und die Sonde anschließend mithilfe der "Startracker" zur Erde ausgerichtet. Dann wurde ein Signal zur Erde gefunkt. Da sich Rosetta gegenwärtig 807 Millionen Kilometer von der Erde entfernt befindet, dauert es rund 45 Minuten, bis ein solches Signal dann auch die Erde erreicht. Man erwartete es also nicht vor 18.30 Uhr MEZ, es traf dann knapp 50 Minuten später ein.

Die europäische Weltraumagentur ESA galt bislang nicht unbedingt als innovativer Vorreiter in Sachen Öffentlichkeitsarbeit. In den letzten Wochen jedoch haben die Verantwortlichen der Rosetta-Mission eine PR-Kampagne auf die Beine gestellt, die in der Geschichte der ESA wohl einzigartig ist und vor allem auf soziale Medien setzte.

So gelang es dem PR-Team aus einer eigentlich automatischen Reaktivierung einer Raumsonde ein ganztägiges "Aufwach"-Event zu machen, bei dem im Raumfahrtkontrollzentrum der ESA ausführlich über die Mission und ihren wissenschaftlichen Nutzen informiert wurde."


Quelle und ganzer Artikel: http://www.astronews.com/news/artikel/2014/01/1401-027.shtml
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BeitragThema: Re: Rosetta    Di 4 Feb - 13:59 5331

Hier ein Auszug von dem Bericht auf der Seite: http://www.astronews.com

"ESA-Kometensonde wieder voll einsatzbereit

Vor zwei Wochen ist die ESA-Kometensonde Rosetta aus einer 31-monatigen Tiefschlafphase erwacht. Das Betriebsteam am europäischen Raumfahrtkontrollzentrum ESOC in Darmstadt hat die Sonde seitdem gründlich überprüft. Das beruhigende Urteil: Rosetta hat den Winterschlaf gut überstanden und ist wieder voll funktionsfähig.

Es waren ein paar bange Minuten vor 14 Tagen im Raumfahrtkontrollzentrum der europäischen Weltraumagentur ESA in Darmstadt: Gebannt starrte das Betriebsteam der Kometensonde Rosetta auf die großen Schirme im Kontrollraum und wartete auf ein Zeichen dafür, dass die Sonde planmäßig aus ihrer 31-monatigen Tiefschlafphase erwacht ist. Um 19.18 Uhr MEZ erschien schließlich das ersehnte Signal auf den Monitoren (astronews.com berichtete).

Mit diesem "Lebenszeichen" von Rosetta war klar, dass die Sonde sich - wie vorgesehen - reaktiviert, aufgewärmt und in einen sogenannten "Safe Mode" versetzt hatte, in dem nur die lebenswichtigen Funktionen zum Betrieb zur Verfügung stehen. Innerhalb weniger Stunden hatte das Team aber wieder die volle Kontrolle über Rosetta hergestellt und konnte auch den leistungsfähigeren Sender aktivieren, der mit einer größeren Datenrate Informationen über den Zustand von Rosetta zur Erde übermitteln kann.



(Screenshot: astronews)

"Unsere größte Sorge war die Energieversorgung", so Andrea Accomazzo, der Missionsbetriebsleiter für Rosetta bei der ESA. "Wir waren gespannt zu sehen, ob die Solarzellen ausreichend Energie erzeugen, um die geplante vollständige Wiederinbetriebnahme der Sonde zu ermöglichen. Aber sogar in einer Entfernung von 673 Millionen Kilometern von der Sonne, liefern sie ausreichend Energie und scheinen den Winterschlaf ohne Wirkungsverlust überstanden zu haben."

Inzwischen wurden von den Technikern und Ingenieuren in Darmstadt zahlreiche weitere Tests durchgeführt und auch drei der vier Reaktionsräder der Sonde, die zur Lageregelung dienen, gestartet. Das vierte Rad soll in den kommenden Wochen reaktiviert werden. Alle Systeme arbeiten bislang wie erwartet. "Wir haben wieder eine voll funktionsfähige Sonde", so Accomazzo. In den nächsten Wochen sind weitere Tests der Bordsysteme von Rosetta geplant, etwa des Speichers, in dem wissenschaftliche Daten und Informationen über den Betrieb der Sonde zwischengespeichert werden, bevor diese zur Erde übermitteln werden können.

Nach 31 Monaten ohne Kontakt war es auch interessant zu sehen, wie exakt die tatsächliche Position der Sonde mit der vorausberechneten Position übereinstimmte: Den Experten am ESOC war es gelungen, den Aufenthaltsort von Rosetta auf 2.000 Kilometer genau vorherzusagen - und dies bei einer Entfernung von 807 Millionen Kilometern. Mit dem Eintreffen immer neuer Daten von Rosetta, soll in Kürze die erste vollständige Orbitberechnung nach der Reaktivierung durchgeführt werden."


Quelle und ganzer Artikel: http://www.astronews.com/news/artikel/2014/02/1402-002.shtml
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BeitragThema: Re: Rosetta    Fr 28 März - 23:59 6565

Hier ein Auszug von dem Bericht auf der Seite: http://www.astronews.com

"Kometensonde hat Ziel im Blick

In Rund vier Monaten soll die europäische Sonde Rosetta den Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko erreichen. Die Instrumente der europäischen Sonde, die im Januar aus dem Winterschlaf geweckt worden war, werden gegenwärtig nach und nach aktiviert. Inzwischen ist auch das Kamerasystem einsatzfähig und hat bereits einen ersten Blick auf den Zielkometen geworfen.

Gut vier Monate vor Ankunft der ESA-Raumsonde Rosetta beim Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko haben Forscher unter Leitung des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung (MPS) OSIRIS, das wissenschaftliche Kamerasystem der Sonde, erfolgreich in Betrieb genommen. Um auf der letzten Etappe der etwa zehnjährigen Reise durchs All Energie zu sparen, war das Instrument seit Juni 2011 abgeschaltet. Nun liefert OSIRIS wieder Bilder. Auf den ersten Aufnahmen ist der Zielkomet jedoch nur den Bruchteil eines Pixels groß.

Seit dem Weckruf am 20. Januar dieses Jahres, der die Raumsonde Rosetta aus ihrem mehr als 30-monatigen Winterschlaf riss, erwachen nun nach und nach alle technischen Systeme und wissenschaftlichen Instrumente der Sonde zum Leben. In den vergangenen Tagen war das wissenschaftliche Kamerasystem des Orbiters OSIRIS an der Reihe. "Das Kamerasystem hat seine lange Auszeit offenbar gut überstanden. Alles funktioniert wie erwartet", berichtet Holger Sierks vom MPS, wissenschaftlicher Leiter des OSIRIS-Teams.

Das bestätigen auch die ersten Bilder des Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko. Noch trennen allerdings mehr als fünf Millionen Kilometer Raumsonde und Komet, so dass der Schweifstern auf den Aufnahmen nur einen Teil eines Pixels abdeckt. Da der Körper zudem noch recht lichtschwach ist, waren eine Serie von Belichtungen von 60 bis 300 Sekunden sowie zusätzliche Bildverarbeitungsschritte nötig, um ihn sichtbar zu machen.



(Screenshot: astronews)

"Nach einer zehnjährigen Reise durchs All unser Ziel endlich vor uns zu sehen, ist ein unbeschreibliches Gefühl", so Sierks. "Diese erste Bilder, die aus einer solch riesigen Entfernung gelungen sind, zeigen uns, dass OSIRIS für das bevorstehende Abenteuer gerüstet ist. Schon bald werden wir verfolgen können, wie die Aktivität des Kometen erwacht", fügt er hinzu.

Während der langen Reise durchs Sonnensystem konnte OSIRIS bereits mehrfach seine Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen. So lieferte das Instrument bei Vorbeiflügen an Erde und Mars beeindruckende Ansichten und konnte die Asteroiden Steins und Lutetia wissenschaftlich untersuchen.

Auch in den nächsten Monaten wird OSIRIS Einblicke in eine völlig neue Welt ermöglichen: Zunächst werden die Aufnahmen helfen, die Aktivität des Kometen anhand seiner Helligkeit einzuschätzen; ab Mitte Juli lassen die Bilder dann bereits die Form des kosmischen Brockens erkennen. Im Laufe der Mission wird das Kamerasystem Strukturen in der sogenannten Koma, der Atmosphäre des Kometen, sichtbar machen sowie die Topographie und Beschaffenheit der Kometenoberfläche untersuchen."


Quelle und ganzer Artikel: http://www.astronews.com/news/artikel/2014/03/1403-038.shtml
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BeitragThema: Re: Rosetta    Sa 29 März - 16:04 6584

Hier ein Auszug von dem Bericht auf der Seite: http://www.astronews.com

"Kometenlander Philae ist wieder aktiv

Die Vorbereitungen für die erste Landung auf einem Kometen gehen planmäßig weiter: Heute wurde der Kometenlander Philae aus seinem Winterschlaf geweckt. Am Nachmittag empfing man beim DLR die ersten Daten. Der Lander ist danach in einem guten Zustand. In den nächsten Wochen sollen nun die Instrumente an Bord aktiviert werden.

Zweieinhalb Jahre flog der Lander Philae im Winterschlaf durch das Weltall - nun wurde das Landegerät an Bord der ESA-Raumsonde Rosetta am 28. März 2014 wieder erfolgreich aktiviert und sendete aus einer Entfernung von über 655 Millionen Kilometern seine erste Daten nach der geplanten Funkstille zur Erde. Bis 15.40 Uhr MEZ traf Datenpaket nach Datenpaket beim Team im Lander-Kontrollzentrum des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) ein. Das Ergebnis: "Philae ist in Betrieb und fit für die nächsten Monate", sagt Lander-Projektleiter Dr. Stephan Ulamec vom DLR.

Im November soll der Lander dann auf dem Zielkometen Churyumov-Gerasimenko aufsetzen, während Raumsonde Rosetta weiterhin um den Kometen kreist. Sonde und Lander werden somit erstmals "hautnah" miterleben, wie der Komet auf seinem Weg zur Sonne aktiv wird.



(Screenshot: astronews)

Bereits um 7 Uhr morgens hatten die Ingenieure die Software zur Sonde gesendet, die den Lander Philae aktivieren sollte. Auf die Nachricht, dass diese Prozedur erfolgreich verlaufen ist, musste das Team im Kontrollraum des DLR-Nutzerzentrums für Weltraumexperimente (MUSC) und die beteiligten Wissenschaftler allerdings warten: Erst zwischen 14 und 15.40 Uhr öffnete sich das Zeitfenster, in dem eine NASA-Antenne in Kalifornien empfangsbereit in den Weltraum lauschen konnte.

Die Sonde Rosetta mit dem Lander Philae an Bord fliegt seit März 2004 durch das Weltall, um den Kometen Churyumov-Gerasimenko zu untersuchen. Bisher kennen die Planetenforscher ihr Ziel nur beispielsweise von Bildern des Hubble-Weltraumteleskops aus großer Entfernung. Seitdem wissen sie: Der Komet hat einen durchschnittlichen Durchmesser von rund vier Kilometern und ist kartoffelförmig geformt. Alle 12,6 Stunden dreht der Komet sich um die eigene Achse. Was sie genau bei der Ankunft im August 2014 und der Landung im November 2014 erwartet, wissen sie hingegen noch nicht.

Mit insgesamt 21 Instrumenten vom Bohrer bis zum Spektrometer untersucht die Rosetta-Mission Aufbau und Eigenschaften von Churyumov-Gerasimenko genau. Der gefrorene Zustand des Kometen erlaubt dabei einen Blick in die Vergangenheit unseres Sonnensystems, da so das ursprüngliche Material aus der Entstehungszeit vor 4,6 Milliarden Jahren nahezu unverändert konserviert wurde. Dass die Sonde den Kometen bei seinem Flug umkreist und ein Lander auf der Kometenoberfläche aufsetzt und vor Ort Messungen vornimmt, sind dabei Premieren in der Planetenforschung.

Nachdem der Lander mit den Datenlieferungen seinen ersten Fitness-Check gut bestanden hat, werden nun die übrigen Instrumente aktiviert und geprüft. Die Kamera Osiris auf der Raumsonde Rosetta hat diesen Test bereits absolviert und nach dem Winterschlaf wieder ein erstes Bild vom Kometen aufgenommen - allerdings ist Churyumov-Gerasimenko noch über vier Millionen Kilometer entfernt und somit auf der Aufnahme auch nur den Bruchteil eines Pixels groß (astronews.com berichtete)."


Quelle und ganzer Artikel: http://www.astronews.com/news/artikel/2014/03/1403-039.shtml
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BeitragThema: Rosetta: Kometensonde beginnt Kurskorrekturen    Fr 9 Mai - 19:10 6908

Die ESA-Kometensonde Rosetta hat in dieser Woche mit einer Reihe von Kurskorrekturmanövern begonnen, durch die die Bahn der Sonde der des Zielkometen angeglichen werden soll. Insgesamt sollen die Triebwerke von Rosetta bis Ende Juli acht Mal gezündet werden. Ohne diese Kurskorrekturen würde die Sonde schon im Juni mit großem Abstand am Kometen vorbeifliegen.

Mit einer Triebwerkszündung am vergangenen Mittwoch um 19.30 Uhr MESZ begann eine ganze Serie von Kurskorrekturmanövern, mit denen in den kommenden Wochen die Bahn der ESA-Kometensonde Rosetta dem Orbit des Zielkometen 67P/Churyumov–Gerasimenko angeglichen werden soll. Rosetta ist inzwischen weniger als zwei Millionen Kilometer von dem Kometen entfernt und bewegte sich vor der ersten Zündung der Triebwerke mit einer relativen Geschwindigkeit von 775,1 Metern pro Sekunden zum Kometen.

"Würde das Missionskontrollteam nichts unternehmen, würde Rosetta bereits am 4. Juni in einer Entfernung von 50.000 Kilometern am Kometen 67P/Churyumov–Gerasimenko vorüberfliegen und das wäre schon recht blöd", schreibt Daniel Scuka vom European Space Operations Centre (ESOC) in Darmstadt im offiziellen Rosetta-Blog der europäischen Weltraumagentur ESA.

Mit dem ersten Manöver, das am vergangenen Mittwoch erfolgreich absolviert wurde, sollte die relative Geschwindigkeit zwischen Rosetta und 67P/Churyumov–Gerasimenko um etwa 20 Meter pro Sekunde reduziert werden. Während der für den übernächsten Mittwoch geplanten Triebwerkszündung ist dann eine Reduzierung der Geschwindigkeit um rund 290 Meter pro Sekunde geplant. Weitere Manöver sind im 14-tägigen Abstand vorgesehen, im Juli dann wöchentlich. Insgesamt stehen acht solcher Manöver auf dem Plan des Betriebsteams in Darmstadt.


Die Sonde Rosetta hat jetzt mit einer Reihe von Manövern zur Kurskorrektur begonnen.

"Durch diese Manöver ändern wir kontinuierlich die Geschwindigkeit von Rosetta, so dass die Sonde am 6. August die gleiche Geschwindigkeit und Position wie der Komet hat", erklärt Rosetta-Flugdirektor Andrea Accomazzo. Das erste Kurskorrekturmanöver in dieser Woche war dabei nur eine Art Test, um sich zu vergewissern, dass alle Systeme so arbeiten, wie erwartet.

Die Triebwerkszündungen sind für den Erfolg der Mission von entscheidender Bedeutung. Sie müssen zudem zu vorberechneten Zeiten stattfinden, wobei das jeweilige Zeitfenster, in denen die Zündung erfolgen muss, im Verlauf der Serie immer kleiner wird. Verzögert sich eine Zündung durch Probleme mit der Raumsonde, muss beim darauffolgenden Manöver das Triebwerk entsprechend länger arbeiten, um dies wieder wettzumachen. Dies kostet dann natürlich zusätzlichen Treibstoff.

Nach Abschluss der Serie sind noch zwei weitere Manöver dieser Art geplant: Am 3. August soll die Bahn von Rosetta so angepasst werden, dass die Sonde ohne weitere Korrektur in einem Abstand von nur 70 Kilometer an 67P/Churyumov–Gerasimenko vorüberfliegen würde. Mit dem Manöver am 6. August wird Rosetta dann schließlich auf eine Umlaufbahn um den Kometen gebracht.

Rosetta wurde am 2. März 2004 gestartet und hat seitdem eine komplexe Reise durch das Sonnensystem gemacht - alles mit dem Ziel, in diesem Jahr den Kometen 67P/Churyumov–Gerasimenko einzuholen und diesen auf seinem Weg ins innere Sonnensystem zu begleiten. Die Reise führte Rosetta 2008 und 2010 an zwei Asteroiden vorbei, dreimal flog die Sonde an der Erde vorüber, einmal am roten Planeten Mars (astronews.com berichtete).

Im Juli 2011 versetzten die ESA-Techniker die Sonde dann in eine Art Tiefschlaf, aus dem die Sonde im Januar wie geplant erwachte. Seitdem wurden die verschiedenen Systeme der Sonde und die wissenschaftlichen Instrumente ausführlich getestet, um für die Ankunft beim Kometen bereit zu sein.


Quelle: http://astronews.com/news/artikel/2014/05/1405-012.shtml
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BeitragThema: Re: Rosetta    So 20 Jul - 18:01 7199

Komet ähnelt einem Quietscheentchen

Verblüffung bei den Astronomen: Neue Bilder der europäischen Raumsonde Rosetta von ihrem Zielkometen 67P/Churyumov-Gerasimenko zeigen ein Objekt, das aus zwei deutlich unterscheidbaren Teilen zusammengesetzt zu sein scheint und etwas an ein Quietscheentchen erinnert. Eine solche Form war bei einem Kometen bislang noch nicht beobachtet worden.

Dass Kometen unregelmäßig und eher kartoffelähnlich geformt sind, ist bekannt - doch der Komet Churyumov-Gerasimenko, den die europäische Sonde Rosetta gerade ansteuert und auf dem Lander Philae im November 2014 landen soll, hat eine unerwartete Gestalt: Der Komet besteht aus zwei miteinander verbundenen Teilen. Dies zeigen Bilder der OSIRIS-Kamera an Bord der ESA-Sonde Rosetta, die aus 14.000 Kilometern Entfernung aufgenommen wurden.

"Diese Form ist sehr überraschend für uns", sagt Kometenforscher Dr. Ekkehard Kührt vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Seit 30 Jahren erforscht der Projektleiter für die wissenschaftlichen DLR-Experimente auf Sonde und Lander diese Himmelskörper. "Aber sie ist durchaus plausibel: Kometen sind während der Bildung unseres Planetensystems weit ab von der Sonne durch die Zusammenstöße von kleineren Bausteinen entstanden." Welche Auswirkungen die ungewöhnliche Form des Kometen auf die Landung hat, kann derzeit noch nicht abgeschätzt werden.

Weniger als 10.000 Kilometer sind Sonde Rosetta und Lander Philae derzeit noch von ihrem Ziel entfernt. Bisher war 67P/Churyumov-Gerasimenko für die Wissenschaftler ein Unbekannter: Lediglich Aufnahmen aus großer Entfernung wie beispielsweise mit dem Weltraumteleskop Hubble oder erste Bilder der OSIRIS- sowie der Navigationskamera vermittelten eine Vorstellungen, was auf Orbiter und Sonde zukommt. Bisherigen Schätzungen zufolge ist der Himmelskörper etwa drei mal fünf Kilometer groß. Dass Churyumov-Gerasimenko aber aus zwei deutlich unterscheidbaren Teilen besteht, überrascht alle.

"Die zwei Bausteine sind sehr wahrscheinlich bei der Entstehung vor 4,5 Milliarden Jahren mit geringer Geschwindigkeit zusammengestoßen, aneinander haften geblieben und haben ihren Weg seitdem gemeinsam fortgesetzt", vermutet Kührt. "Für die Wissenschaft ist jetzt natürlich sehr spannend, ob sich die beiden Bestandteile in ihrer Zusammensetzung unterscheiden." Stammen die beiden Teile aus unterschiedlichen Regionen, könnten sie auch unterschiedliche Strukturen aufweisen.


Die Form von Komet Churyumov-Gerasimenko ist besonders ungewöhnlich: Diese 36 kombinierten und interpolierten Bilder der OSIRIS-Kamera wurden am 14. Juli 2014 im Abstand von 20 Minuten aufgenommen und zeigen, dass der Komet aus zwei miteinander verbundenen Teilen besteht.

"Dieser Komet scheint völlig anders zu sein als jeder andere, den wir zuvor gesehen haben", bestätigt auch OSIRIS-Projektmanager Carsten Güttler vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS). "Die Bilder erinnern mich vage an ein Quietscheentchen", fügt er lachend hinzu. Um einen genaueren Eindruck von diesem einzigartigen Körper zu erhalten, interpolieren die Forscher die aufgenommen Bilddaten. Das erzeugt eine geglättete Form. "Solch prozessierte und gefilterte Aufnahmen enthalten aber natürlich noch Unsicherheiten. Zudem wird die Oberfläche des Kometen in Wirklichkeit nicht so glatt sein, wie sie sich in solchen Rechnungen darstellt", erklärt Güttler.

In den nächsten Monaten werden die Wissenschaftler aus geringerer Nähe mehr über den Kometen erfahren. "Für die Landung ist es vor allem wichtig zu wissen, wie der Komet im Detail aussieht und wie genau die beiden Teile miteinander zusammenhängen", sagt Dr. Koen Geurts, Ingenieur am Lander-Kontrollzentrum des DLR in Köln. Diese Informationen fließen in die Planung der Flugbahn von Raumsonde Rosetta ein - und deren Bahn und Höhe hat wiederum Auswirkungen auf die Landung von Philae, bei der zum ersten Mal überhaupt ein Landegerät auf einem Kometen aufsetzt und vor Ort Messungen durchführt. "Bisher sieht es immerhin so aus, als gäbe es auch größere und flache Regionen auf dem Kometen."

Zumindest die Stelle, an der beide Teile miteinander verbunden sind, kommt als Landeplatz aber sehr wahrscheinlich nicht in Frage. Neben einem geeigneten, möglichst flachen Terrain sollte an dem Landeplatz auch ein Tag- und Nachtrhythmus herrschen, damit zum einen Lander Philae stundenweise ohne Sonneneinstrahlung abkühlen kann und zum anderen die wissenschaftliche Forschung unter verschiedenen Bedingungen ablaufen kann. Auch die regelmäßige Verbindung zur Raumsonde Rosetta ist für das Lander-Team notwendig, um aufgezeichnete Daten zur Erde senden und die Datenspeicher leeren zu können. "Diese Bedingungen sind zurzeit noch kaum abzuschätzen."


Quelle: http://astronews.com/news/artikel/2014/07/1407-026.shtml
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BeitragThema: Re: Rosetta    Mi 6 Aug - 14:39 7302

Hier ein Auszug von dem Bericht auf der Seite: http://www.astronews.com

"Kometensonde hat ihr Ziel erreicht

Rosetta ist am Ziel: Am Vormittag fand die entscheidende Zündung der Triebwerke der Kometensonde statt, durch die die Sonde so abgebremst wurde, dass sie sich nun zusammen mit dem Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko der Sonne nähert. Jetzt beginnt die Kartierung der Oberfläche des Kometenkerns und die Suche nach einem Landeplatz für den Lander Philae.

Über 6,4 Milliarden Kilometer hat die ESA-Raumsonde Rosetta zurückgelegt, hat an Planeten Schwung geholt, zwei Asteroiden im Vorbeiflug angeschaut und von der zehnjährigen Flugzeit mehr als zweieinhalb Jahre im Sparmodus verschlafen - am 6. August 2014 kam sie mit dem Lander Philae an Bord um 11.30 Uhr MESZ an ihrem Zielkometen an. Nun startet die Kartierung des Kometen, der anscheinend aus zwei miteinander verbundenen Teilen besteht und auf dem Philae am 11. November 2014 aufsetzen soll.

404 Millionen Kilometer ist die Raumsonde nun von der Erde entfernt. Schon während des Anflugs hat Churyumov-Gerasimenko für Überraschungen gesorgt: Statt eines kartoffelförmigen Körpers blickten die Kometenforscher auf einen Körper, der ähnlich wie eine Ente aus Kopf und Körper bestand. Die erste Temperaturmessung zeigte dann, dass auf Lander Philae kein Komet mit viel Eis, sondern mit einer staubigen und wahrscheinlich sehr rauen Oberfläche wartet.



(Screenshot: astronews) Großansicht: http://www.astronews.com/news/artikel/2014/08/1408-005a.shtml

"Mit der Ankunft am Kometen werden wir jetzt aus 100 Kilometern Höhe noch deutlich mehr über Churymov-Gerasimenko erfahren", freut sich Kometenforscher Dr. Ekkehard Kührt vom DLR-Institut für Planetenforschung, "Spannend und einmalig sind vor allem die ausgiebigen Untersuchungen aus der nahen Distanz." Elf Instrumente reisen auf der Raumsonde Rosetta mit, zehn Instrumente befinden sich an Bord von Lander Philae und werden die ersten Daten direkt von einer Kometenoberfläche aus liefern.

Bodenbeschaffenheit, Temperatur, physikalische Zusammensetzung des Kometenkerns, organische Moleküle - alles ist für die Kometenforscher interessant, denn Churyumov-Gerasimenko, der aus Eis und Staub besteht, ist aus sehr wahrscheinlich aus besonders ursprünglichen Material gebildet, das sich bei seinem Flug durch die kalten Regionen des Sonnensystems weniger verändert hat als andere Himmelskörper: "Wir begegnen einem Zeitzeugen aus der Entstehung unseres Sonnensystems vor 4,5 Milliarden Jahren", so Kührt.

"Kometen haben die Vergangenheit wie ein Kühlschrank in gefrorenem Zustand konserviert und tragen dadurch noch viele Merkmale aus den Anfängen des Sonnensystems in sich. Allerdings kann man auf den ersten Bildern erkennen, dass auch am Kometen die Zeit nicht spurlos vorbei gegangen ist", betont Kührt. "Zahlreiche exotische Strukturen auf der Oberfläche deuten auf eine gewisse Entwicklung hin, die es nun zu verstehen gilt." Außerdem könnten Kometen und ihre Einschläge dafür gesorgt haben, dass Wasser und Moleküle für die Entstehung von Leben zur Erde gelangten.

Nun beginnt die Landeplatzauswahl, bei der auf dem entenförmigen Körper für Landegerät Philae mit den Daten der Kameras und der anderen wissenschaftlichen Instrumente die rechte Stelle ausgesucht wird. Dabei müssen zahlreiche Kriterien berücksichtigt und manchmal auch der goldene Mittelweg gefunden werden. "Wir benötigen zum Beispiel einerseits Sonne, damit die Batterien mit den Solarzellen immer wieder aufgeladen werden können, andererseits darf der Komet an seiner Oberfläche nicht schon zu heiß sein und zu stark ausgasen", erläutert DLR-Wissenschaftler Dr. Stephan Ulamec, Leiter der Lander-Teams.

Rund 450 Millionen Kilometer Entfernung von der Sonne sind dafür günstig. Aber auch Rauigkeit der Oberfläche und die Beschaffenheit des Bodens sind entscheidend für eine sichere Landung. Nicht zuletzt ist eine gute "Sichtverbindung" zur Raumsonde Rosetta wichtig, um die gemessenen Daten der zehn Instrumente regelmäßig über diese Verbindung zur Erde zu funken und vom Lander-Kontrollzentrum im DLR Köln Kommandos an den Lander zu senden. Ende August wird eine erste Auswahl stattfinden, bei der Wissenschaftler und Ingenieure des DLR und weitere Partner des Lander-Konsortiums unter Leitung des DLR bis zu fünf mögliche Landestellen festlegen.

"Günstige Gebiete für eine Landung befinden sich am Kopf sowie zum Teil auf dem größeren Kometenteil - der schmale Grat fällt eher heraus", sagt Ulamec. Mitte September werden dann aus diesen "Top Five" die beiden besten Landeplätze herausgefiltert. Mitte Oktober - ein Monat vor der Landung - fällt dann die Entscheidung, an welchem Ort auf Churyumov-Gerasimenko das Landegerät Philae aufsetzen soll.

Da die Laufzeit der Kommandos 30 Minuten von der Erde zu Sonde und Lander dauern, werden die Ingenieure beim Landevorgang selbst nicht mehr eingreifen können. Stattdessen wird wenige Stunden, bevor Philae von Rosetta aus wenigen Kilometern Höhe getrennt wird, von den DLR-Ingenieuren eine Computersequenz für den Abstieg und die Landung an die Raumsonde gesendet. Mit gerade einmal etwa mehr als drei Stundenkilometern sinkt Philae dann auf den Kometen hinunter. Damit er dort aufgrund der geringen Anziehungskraft von Churyumov-Gerasimenko nicht gleich wieder abprallt, werden unverzüglich zwei Harpunen in den Kometenboden gefeuert, die den Lander auf dem kleinen Himmelskörper verankern. Zusätzlich drehen sich Eisschrauben in den Füßen des Landegeräts in den Boden, und eine Kaltgasdüse an der Oberseite von Philae drücken den Lander sanft in Richtung Komet..."


Quelle: http://www.astronews.com/news/artikel/2014/08/1408-005.shtml
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BeitragThema: Re: Rosetta    Di 3 Feb - 10:11 11168

"Rosetta - Kometen-Lander Philae bleibt verschollen

Der kleine Kometenlander Philae bleibt verschollen. Trotz intensiver Suche haben die Wissenschaftler bislang keine sichere Spur des Landers auf der Oberfläche des Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko entdecken können. Zwar haben sie eine ungefähre Vorstellung davon, wo Philae gelandet ist, doch ist das Gelände gerade dort sehr unübersichtlich.


Bilder dieser Art nutzt das OSIRIS-Team bei seiner Suche nach Philae. Bild: ESA / Rosetta / MPS für OSIRIS Team ( MPS / UPD / LAM / IAA / SSO / INTA / UPM / DASP / IDA [Großansicht]

Nicht einmal, sondern gleich viermal hat Philae, die Landeeinheit der ESA-Raumsonde Rosetta, am 12. November vergangenen Jahres die Oberfläche des Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko berührt. Erst nach zwei "Hüpfern" und einer leichten Berührung mit einem Felsbrocken oder Vorsprung kam Philae zum Stehen.

Der erste Sprung führte das kleine Raumschiff nicht nur weit weg von der ursprünglich anvisierten Landestelle, sondern auch aus dem Blickfeld des Kamerasystems OSIRIS, das an Bord von Rosetta die Landung mitverfolgte. Seitdem wertet das OSIRIS-Team Bilder der Landeregion aus, um Philae zu finden. Doch die zerklüftete Oberfläche und schwierige Belichtungsverhältnisse machen dies zu einer kniffligen Aufgabe.

Die endgültige Landestelle von Philae, die seit Kurzem den Namen "Abydos" trägt, muss ein unwirtlicher Ort sein. Messungen des Radiowelleninstruments CONSERT konnten das Suchgebiet auf eine Region von 350 mal 30 Metern Größe am Außenrand des Hatmehit-Beckens auf dem "Kopf" des Kometen eingrenzen. Hohe Klippen ragen dort empor, die Oberfläche ist zerfurcht und gleicht einem Geröllfeld.

"Für das Auffinden von Philae ist dieses Gebiet äußerst ungünstig", erklärt Dr. Holger Sierks vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS), Leiter des OSIRIS-Teams. Seit Wochen werten er und sein Team Aufnahmen der Landeregion aus. "Wir haben schon mehrere Strukturen entdeckt, die der Landeeinheit ähnlich sehen. Doch bei keinem dieser Kandidaten sind wir uns sicher", fasst Sierks den aktuellen Stand zusammen.

Das Problem: Nach der Landung entfernte sich Rosetta (und mit ihr das Kamerasystem OSIRIS) wieder deutlich vom Kometen und umkreist ihn seitdem in Entfernungen von etwa 18 und 28 Kilometern von der Oberfläche. Mit einer Größe, die vergleichbar ist mit der einer Waschmaschine, überdeckt Philae selbst auf OSIRIS-Bildern, die aus 18 Kilometern Abstand aufgenommen werden, gerade einmal drei Pixel. "Die Geröllfelder im Bereich der Landestelle sind übersät von Strukturen dieser Größe", erklärt Sierks.

Auch die Belichtungsverhältnisse erschweren die Arbeit des Teams. Je nachdem aus welcher Richtung Rosetta auf das Gebiet blickt und wie die Sonne gerade steht, ergeben sich völlig verschiedene, zum Teil sehr lange Schattenwürfe. Dadurch bieten Aufnahmen, die an unterschiedlichen Tagen von der Landeregion aufgenommen wurden, im Detail einen völlig anderen Blick auf die Landeeinheit.

Von Ende November bis Anfang Dezember starteten die ESA und das OSIRIS-Team eine Suchkampagne. Aus den Aufzeichnungen des Philae-Bordcomputers war bekannt, dass die Landeeinheit im Verlauf einer Kometenumdrehung nur für eine Stunde und 20 Minuten Sonnenlicht erhält – und folglich in dieser Zeit nicht im Schatten liegt. Die Zeitpunkte für die OSIRIS-Aufnahmen wurden speziell so gewählt, dass sie mit diesen 80 Minuten zusammenfielen. Allerdings blieben auch diese Bemühungen bisher ohne Erfolg.

Der Grund könnte in der Beobachtungsgeometrie zu suchen sein. Rosetta flog in dieser Zeit entlang der Tag-Nacht-Grenze des Kometen und befand sich somit in einem rechten Winkel zur Verbindungslinie zwischen 67P und Sonne. Falls sich Philae, wie einige Wissenschaftler vermuten, tatsächlich in einer Art Spalte oder an einem Steilhang befindet, könnte bei dieser Anordnung zwar Sonnenlicht auf die Landeeinheit treffen, Rosetta sie aber nicht sehen.

Philaes ungeplanter Irrflug über die Kometenoberfläche lässt sich deshalb bisher nur unvollständig rekonstruieren. Daten von Philaes Bordcomputer, die kurz nach der Landung zur Erde gefunkt wurden, geben die genauen Uhrzeiten der drei "Aufsetzer" an: 16.43 Uhr, 18.25 Uhr und zuletzt 18.32 Uhr MEZ. Messungen des Magnetometers ROMAP legen nahe, dass Philae um 17.20 Uhr – also während des ersten Hüpfers - die Oberfläche kurz berührte oder streifte.

Den ersten Teil dieser Reise konnte OSIRIS begleiten: Eine Serie von Bildern zeigt den sechsstündigen Landeanflug, ein Abdruck des Landegestells im Kometenstaub dokumentiert das erste Aufsetzen und auf weiteren Aufnahmen ist Philae im Schwebeflug zu erkennen. Nur das entscheidende Bild, das Philae an seiner endgültigen Landestelle zeigt, steht noch aus.

Wann dieses vorliegen wird, ist noch unklar. Für Mitte Februar plant die ESA einen näheren Vorbeiflug am Kometen: Nur sechs Kilometer sollen Rosetta dann von seiner Oberfläche trennen. So nah ist die Raumsonde "ihrem" Kometen bisher noch nicht gekommen. Allerdings ist ein Überflug der Landeregion nicht vorgesehen. Stattdessen wird Rosetta ihr Augenmerk auf den Körper des Kometen, den größeren der beiden Teile, richten..."


Quelle: http://www.astronews.com/news/artikel/2015/02/1502-002.shtml
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BeitragThema: Re: Rosetta    Do 12 März - 20:39 12020

astronews schrieb:
"Lauschen auf ein Signal von Philae

Jetzt heißt es Daumendrücken: Ab Donnerstagmorgen um 5 Uhr besteht theoretisch die Chance, dass sich der Lander Philae wieder über die Sonde Rosetta bei seinem Team auf der Erde meldet. Am Lander-Kontrollzentrum des DLR in Köln ist man vorbereitet und hofft auf einen Kontakt zu Philae - wenn nicht in den nächsten Tagen, dann bei einer der späteren Kommunikationsmöglichkeiten.


Screenshot aus einem in dieser Woche veröffentlichten ESA-Zeichentrickfilm über die bisherigen Abenteuer von Rosetta und Philae. Der gesamte Film ist bei Youtube zu sehen. Bild: ESA [Großansicht]


Es wäre viel Glück im Spiel, wenn am 12. März 2015 um 5 Uhr direkt ein Signal von Lander Philae zu hören wäre - schließlich steht der Lander an einem recht schattigen Platz auf dem Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko und muss erst genügend Energie tanken, bevor er aufwachen und sich melden kann. Dennoch: Die erste Möglichkeit, dass Philae sich meldet, besteht, und deshalb wird am 12. März die Kommunikationseinheit am Rosetta-Orbiter eingeschaltet, die den Lander rufen wird.

"Philae erhält zurzeit ungefähr doppelt so viel Sonnenenergie wie im November vergangenen Jahres", sagt Lander-Projektleiter Dr. Stephan Ulamec vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Immerhin sind der Komet 67P/Churyumov-Gerasimenko und sein Begleiter Rosetta nur noch 300 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt. "Wahrscheinlich wird es trotzdem noch zu kalt für den Lander sein, um aufzuwachen – aber ein Versuch ist es wert. Die Chancen steigen mit jedem Tag."

Gleich mehrere Bedingungen müssen passen, damit Philae wieder in Betrieb geht und im Lander-Kontrollzentrum des DLR die Arbeit mit dem Lander aufgenommen werden kann. Zunächst muss es im Inneren des Landers wärmer als minus 45 Grad Celsius werden, bevor Philae aus seinem Winterschlaf erwachen kann. An seinem neuen Landeplatz Abydos erreicht ihn nur wenig Sonne, und so waren die Temperaturen bisher deutlich niedriger als notwendig.

Zudem muss Philae über seine Solarpaneele mindestens mit 5,5 Watt versorgt werden, damit er aufwacht. Untätig bleibt er dennoch nicht in seinem Winterschlaf: "Philae ist so konstruiert, dass er seit November 2014 jedes bisschen Sonnenenergie dafür nutzt, sich aufzuheizen", erläutert Dr. Koen Geurts vom DLR-Kontrollzentrum. Sobald er "merkt", dass er mehr als 5,5 Watt Energie erhält und seine eigene Temperatur über minus 45 Grad Celsius liegt, schaltet Philae sich ein, heizt sich weiterhin auf und versucht zusätzlich, seine Batterie zu laden.

Einmal aufgewacht, schaltet Philae alle 30 Minuten seinen Empfänger ein und lauscht, ob er Rosettas Signale hört. Auch dies kann er bei einem noch sehr niedrigen Energiestand durchführen. "Zu diesem Zeitpunkt wissen wir aber noch nicht, dass er wach ist", sagt DLR-Ingenieur Koen Geurts. "Um uns eine Antwort zu schicken, muss Philae nämlich auch seinen Sender einschalten – und dafür benötigt er zusätzliche Energie."

Es könnte also sein, dass der Lander zwar in 500 Millionen Kilometern Entfernung bereits aus seinem Winterschlaf aufgewacht ist, seine Kraft aber noch nicht ausreicht, um sein Team auf der Erde darüber zu informieren. Insgesamt 19 Watt benötigt Philae, damit er in Betrieb gehen und die Kommunikation aufnehmen kann.

Zunächst einmal bis zum 20. März wird der Orbiter Rosetta den Lander anfunken und auf eine Reaktion horchen. Am wahrscheinlichsten ist der Kontakt bei elf Vorbeiflügen, bei denen der Orbiter in einer besonders günstigen Konstellation zum Lander während eines Kometentages seine Bahn zieht – denn nur dann steht Philae im Sonnenlicht und wird über seine Solarpaneele mit Energie versorgt. Versucht wird die Kommunikation trotzdem kontinuierlich, weil Philaes Umgebung sich seit der Landung im November 2014 geändert haben könnte.

Bisher konnte Philae und seine genaue Lage noch nicht auf Bildern der OSIRIS-Kamera identifiziert werden, und so arbeitet das Operations-Team im DLR derzeit mit den Informationen, die ihnen die Aufnahmen der CIVA- und der ROLIS-Kamera sowie die Erfahrungswerte zur Solarenergie im November bieten. "Wir gehen aber davon aus, dass die Solarpaneele von Philae durch etwas abgeschattet werden, was wir auf den bisherigen Bildern nicht sehen können."

Als erstes senden die DLR-Ingenieure deshalb immer wieder neue Kommandos an den Lander, die das Heizen optimieren und den so gesparten Energieaufwand für seine Kommunikation zur Erde zur Verfügung stellen. Selbst wenn Philae noch nicht genügend Energie hat, um zu antworten – er könnte diese Kommandos empfangen und ausführen. "Blindes Kommandieren" nennen die Ingenieure dies, denn der Lander wird ihnen zunächst sehr wahrscheinlich keine Rückmeldung geben.

Getestet wurden diese Prozeduren am Bodenmodell des DLR-Nutzerzentrums für Weltraumexperimente (MUSC). Auch für den Fall, dass die aufladbare Batterie von Philae die Kältephase nicht überstanden hat, wappnen sich die Ingenieure. "Wir arbeiten gerade daran, dass wir mit dem Lander und den Instrumenten dann zumindest während der Kometentage und somit bei direkter Sonnenbestrahlung arbeiten können."

Erst wenn Philae nicht nur aufwacht, sondern auch senden kann, schickt er erste Daten zu seinem "Gesundheitszustand" zur Erde. "Diese Daten werden wir dann auswerten: Wie geht es der aufladbaren Batterie? Funktioniert noch alles am Lander? Welche Temperatur herrscht? Wie viel Energie erhält er?", erklärt Geurts.

Abhängig von diesen Ergebnissen ist auch die wissenschaftliche Arbeit mit den zehn Instrumenten an Bord von Philae. Kann die Batterie keine Energie speichern oder nur wenig, bestimmt die Sonnenenergie während des Kometentages, ob man eine abgespeckte Version der Messungen durchführen kann. Zurzeit gehen die Wissenschaftler davon aus, dass Philae 1,3 Stunden lang im Sonnenlicht steht. Insgesamt dauert ein Kometentag auf Churyumov-Gerasimenko 12,4 Stunden..."

Quelle/ganzer Artikel: http://www.astronews.com/news/artikel/2015/03/1503-015.shtml
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BeitragThema: Re: Rosetta    Fr 12 Jun - 11:55 13041

astronews schrieb:
"Lander Philae verzweifelt gesucht

Noch immer fehlt jede Spur vom Lander Philae auf der Oberfläche des Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko. Den Landebereich glaubt das Team auf eine 16 mal 160 Meter große Region eingrenzen zu können. Auf den Bildern von Rosetta hat man Philae aber noch nicht entdeckt. Seit knapp zwei Wochen lauschen die Wissenschaftler nun wieder auf ein Signal des Landers.


Lander Philae wäre auf Aufnahmen der OSIRIS-Kamera nur wenige Pixel groß. Bei mehreren Bilder scheint der Lander abgebildet zu sein - doch genauere Untersuchungen ließen die meisten Kandidaten unter den Bildern durchfallen. Bild: ESA /Rosetta / NAVCAM, ESA / Rosetta / MPS für OSIRIS Team (MPS / UPD / LAM / IAA / SSO / INTA / UPM / DASP / IDA) [Großansicht]


Als am 15. November 2014 um 1.15 Uhr die Batterie leer war und Lander Philae nach fast 60 Stunden Betrieb auf dem Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko in Winterschlaf ging, tat er dies an einem Ort, mit dem niemand gerechnet hatte: Philae war nach der ersten Landung abgeprallt und landete nach einigen Hüpfern schließlich an seinem jetzigen Standort. Doch wo exakt der Lander nun steht, konnte bis heute noch nicht herausgefunden werden.

"Wir konnten seinen aktuellen Standort bisher auf einen Bereich von 16 mal 160 Meter eingrenzen", erläutert Philae-Projektleiter Dr. Stephan Ulamec vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Die Suche nach dem dreibeinigen Landegerät auf den Aufnahmen der OSIRIS-Kamera erweist sich als schwierig, denn Philae wäre selbst bei voller Beleuchtung durch die Sonne nur wenige Pixel groß. Gleich auf mehreren Bildern könnte Philae zu sehen sein – oder auch nicht.

Seit dem 30. Mai 2015 horchen die Ingenieure und Wissenschaftler des Lander-Kontrollzentrums des DLR auch wieder auf Lebenszeichen ihres Landers. "Mit jedem Tag, den der Komet näher in Richtung Sonne fliegt, steigen für Philae die Chancen, dass er genug Energie und Wärme erhält."

Zwei Stunden dauerten am 12. November 2015 die Hüpfer, mit denen Philae von seinem ursprünglichen Landeplatz Agilkia zu seinem etwa einen Kilometer entfernten heutigen Landeplatz Abydos flog. Die Harpunen, mit denen Philae sich hätte verankern sollen, feuerten nicht – und die Eisschrauben in seinen Füßen konnten das Landegerät nicht ausreichend befestigen. Für das Team im DLR-Kontrollraum fing nach der spektakulären Landung die Arbeit erst richtig an: Fast 60 Stunden betrieben sie den Lander, kommandierten seine zehn Instrumente an Bord und drehten ihn am Ende auch noch in Richtung Sonnenstrahlen.

Schon damals wusste man: Dort, wo er nun steht, ist es sehr schattig und kalt. Die Sonne erreicht den Lander an jedem 12,4-Stunden-Kometentag nur für knapp anderthalb Stunden. Die Thermalsonde MUPUS versuchte, sich in den Kometen zu hämmern, stieß auf eine harte Eisschicht und konnte Temperaturen bis unter minus 180 Grad Celsius messen.

"Die Aufnahmen der ROLIS- sowie der CIVA-Kamera zeigen uns außerdem eine eher zerklüftete, schattige Umgebung, sehr wahrscheinlich steht der Lander auch ein wenig schräg – aber die genaue Position von Philae konnten wir noch nicht herausfinden", erläutert DLR-Wissenschaftler Ulamec.

Zumindest nach dem ersten Touchdown konnten Navigations- und OSIRIS-Kamera der Sonde Rosetta noch Bilder von Philae über der Kometenoberfläche aufnehmen. Kurz vor der letzten Landung blickte die OSIRIS-Kamera auf die Hatmehit-Region auf dem Kopf des Kometen - und entdeckte im sehr dunklen Schatten einen etwas weniger dunklen Punkt. Dieser zeigt den Lander Philae oberhalb eines Kraterrandes direkt auf dem Kopf des entenförmigen Kometen.

Das Landegerät hat allerdings einen Durchmesser von gerade einmal einem Meter - auf den Aufnahmen der Kameras sind dies nur wenige helle Pixel. "Es ist extrem schwierig, den Lander in dem unebenen Gelände zu orten und mit Sicherheit zu sagen: Dort steht Philae", erläutert Dr. Ekkehard Kührt, Planetenforscher am DLR und Mitglied des OSIRIS-Teams. "Hinzu kommt, dass sich Rosetta aus Sicherheitsgründen wegen der zunehmenden Aktivität des Kometen immer weiter von diesem entfernen muss."

Nur im peniblen Vergleich von Aufnahmen vor und nach der Landung könnte Philae auf den Bildern entdeckt werden. Doch dazu müssten im Idealfall Entfernung und Sonneneinstrahlung der zeitlich verschiedenen Aufnahmen identisch sein. Und ist ein heller Punkt entdeckt, könnte dies beispielsweise auch die Reflektion eines Geröllbrockens auf der Kometenoberfläche sein, die je nach Sonnenstand im Bild erkennbar ist.

Zudem muss der Standort auch noch weitere Bedingungen erfüllen: Er muss mit den rekonstruierten Flugbahnen des Landers übereinstimmen und zumindest nahe an der mit dem CONSERT-Instrument bisher definierten Lande-Ellipse von 16 mal 160 Meter liegen. Für einige mögliche Philae-Entdeckungen auf OSIRIS-Bilder waren diese Einschränkungen bereits das Ende - die genauere Analyse zeigte, dass die hellen Pixel nicht Philae an seinem finalen Landeplatz zeigen konnten.

Ein vielversprechender Kandidat unter den OSIRIS-Aufnahmen beispielsweise könnte Philae etwas außerhalb der berechneten Lande-Ellipse zeigen. Dabei verglichen Wissenschaftler des OSIRIS-Teams Bilder vom 22. Oktober 2014 – also vor der Landung von Philae aufgenommen – mit Bildern vom 12. und 13. Dezember – also exakt einen Monat nach der Landung aufgenommen. Am 22. Oktober 2015 betrug der Abstand etwa zehn Kilometer vom Kometenkern, im Dezember etwa 20 Kilometer.

Das Ergebnis: Gleich auf zwei Aufnahmen im Dezember ist ein heller Fleck zu sehen – und somit eventuell Philae. Simulationen des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt zeigen aber, dass Philae zum Zeitpunkt der Aufnahme am 13. Dezember 2014 nur wenig von der Sonne angeleuchtet wurde: "Die Sonne hat in diesem Moment nicht die unteren Bereiche des Landers angestrahlt", erläutert Valentina Lommatsch vom Lander-Kontrollraumteam des DLR. Somit wäre seine Reflektion auch nur auf wenigen Pixeln der Aufnahme aus 20 Kilometern Entfernung zu sehen.

Philaes exakter Standort könnte ermittelt werden, wenn der Lander wieder aus seinem Winterschlaf aufwacht und weitere wissenschaftliche Daten liefert. Dafür benötigt er mindestens fünf Watt sowie eine Betriebstemperatur von über minus 45 Grad Celsius. Erst dann schaltet er sich selbständig in den Betriebsmodus. Etwas mehr Energie, nämlich insgesamt 19 Watt, benötigt er, um wieder mit dem DLR-Team am Boden kommunizieren zu können..."

Quelle/ganzer Artikel: http://www.astronews.com/news/artikel/2015/06/1506-018.shtml
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BeitragThema: Re: Rosetta    Mi 24 Jun - 16:06 13157

astronews schrieb:
"Lander Philae meldet sich zurück

Die E-Mail des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt kam kurz nach 13 Uhr: Der Lander Philae hat sich in der Nacht zurückgemeldet und ist offenbar in guter Verfassung. Schon vorher war der Lander wach, erst jetzt gelang ihm aber eine Kontaktaufnahme über die Sonde Rosetta zur Erde.


Der Lander Philae in einer künstlerischen Darstellung. Bild: ESA/ATG medialab


Lander Philae hat sich am 13. Juni 2015 um 22.28 Uhr MESZ wieder aus seinem Winterschlaf zurückgemeldet und die ersten Daten zur Erde gesandt. Über 300 Datenpakete hat das Team des Lander-Kontrollzentrums des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) ausgewertet: "Philae geht es sehr gut: Er hat eine Betriebstemperatur von minus 35 Grad Celsius und verfügt über 24 Watt", erläutert DLR-Philae-Projektleiter Dr. Stephan Ulamec. "Der Lander ist somit betriebsbereit."

85 Sekunden lang "sprach" Philae mit seinem Bodenteam bei seinem ersten Kontakt seit seinem Winterschlaf. Bei der Analyse seiner Statusdaten zeigte sich, dass Philae auch zuvor schon wach gewesen sein muss: "Wir haben auch historische Daten erhalten - bisher war es dem Lander allerdings noch nicht gelungen, mit uns Kontakt aufzunehmen." Nun warten die Wissenschaftler auf den nächsten Kontakt.

In Philaes Speichermedien stecken noch weitere 8.000 Datenpakete, die dem DLR-Team Aufschluss darüber geben werden, wie es Philae in den vergangenen Tagen auf Komet Churyumov-Gerasimenko ergangen ist.

Philae hatte sich am 15. November 2014 um 1.15 Uhr abgeschaltet, nach dem er etwa 60 Stunden auf dem Kometen in Betrieb war. Seit dem 12. März 2015 war immer wieder die Kommunikationseinheit auf dem Orbiter Rosetta eingeschaltet, um den Lander zu rufen und seine Antwort zu empfangen.

Bei den ersten Daten handelt es sich um Statusdaten über den Zustand von Philae. "Wir sind zuversichtlich, schon bald wieder wissenschaftliche Messungen durchführen zu können", so Dr. Hermann Böhnhardt vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung, wissenschaftlicher Leiter der Landemission..."

Quelle/ganzer Bericht: http://www.astronews.com/news/artikel/2015/06/1506-021.shtml
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BeitragThema: Re: Rosetta    Di 30 Jun - 9:29 13222

astronews schrieb:
"Kontakt zu Philae weiter unregelmäßig

Trotz Kursänderung der ESA-Kometensonde Rosetta ist der Kontakt zum Lander Philae auf der Oberfläche des Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko weiterhin instabil und unregelmäßig. Jetzt hofft das Lander-Team auf eine weitere Annäherung der Sonde an den Kometen. Nur bei einer stabilen Verbindung mit Philae können nämlich wieder Experimente durchgeführt werden.

Trotz neuer Flugbahn und einer Annäherung an den Kometen Churyumov-Gerasimenko von 200 Kilometer auf 180 Kilometer bleiben die Kontakte zu Lander Philae unregelmäßig und kurz. Nach dem ersten Kontakt am 13. Juni 2015 meldete sich Philae insgesamt noch sechs Mal beim Lander-Kontrollzentrum des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln. Zu den letzten drei berechneten Möglichkeiten für eine Verbindung zu Philae konnten allerdings keine Daten empfangen werden.

"Im Moment spielen wir mit der Geometrie zwischen Orbiter Rosetta und Lander Philae", sagt DLR-Philae-Projektleiter Dr. Stephan Ulamec. "Der letzte Kontakt am 24. Juni 2015 dauerte 20 Minuten, allerdings brach die Verbindung immer wieder ab." Nun analysieren die Missionsteams des DLR und der ESA, ob und mit welchen Maßnahmen bessere Kontakte mit Lander Philae möglich sind.

Der Komet Churyumov-Gerasimenko hat eine Rotationszeit von 12,4 Stunden - und so wäre ungefähr zwei Mal am Erdtag bei einem Überflug von Orbiter Rosetta ein Kontakt möglich. Allerdings müssen dabei gleich mehrere Bedingungen passen, damit Philae über Rosetta und dessen Kontrollraum in Darmstadt Verbindung mit dem DLR-Lander-Kontrollzentrum aufnehmen kann. Zum einen muss Lander Philae in Betrieb sein, und dies kann er derzeit nur bei einer ausreichenden Beleuchtung durch die Sonne und der damit verbundenen Energieversorgung über seine Solarpanele sein.

Außerdem müssen die Antenne des Landers und die Antenne des Orbiters aufeinander ausgerichtet sein. Philaes Antennen sind offensichtlich durch Objekte in der direkten, recht harschen Umgebung teilweise beim Senden und Empfangen beeinträchtigt. Auch muss der Orbiter Rosetta seine Antenne möglichst genau in Richtung Komet ausrichten.

Doch Rosetta hat bei ihrem Flug noch andere Umstände zu berücksichtigen. Der zunehmend aktive Komet Churyumov-Gerasimenko schleudert mit seinen Gas-Ausstößen auch Staubpartikel ins All. Diese sorgten bereits im März 2015 dafür, dass die Sternsensoren des Orbiters diese Partikel falsch interpretierten und die Orientierung des Orbiters nicht mehr bestimmen konnten. Damals ging Rosetta automatisch in einen Sicherheitsmodus, entfernte sich vom Kometen und konnte erst dann wieder über Kommandos vom Boden gesteuert werden.

Eine weitere Annäherung an Churyumov-Gerasimenko erfolgt daher nur schrittweise und unter ständiger Beobachtung, ob der Orbiter dabei unbeeinträchtigt bleibt. Auch die Flugbahn des Orbiters berücksichtigt derzeit die nicht ungefährliche Umgebung des ausgasenden Kometen. So fliegt Rosetta zurzeit im sogenannten "Terminator"-Orbit entlang der Tag-Nacht-Grenze des Kometen und überfliegt Philae immer am frühen Kometenmorgen - zu diesem Zeitpunkt schaltet sich der Lander allerdings gerade erst ein. "Der Lander wird dann nicht optimal beleuchtet von der Sonne", sagt Philae-Projektleiter Ulamec. Überflüge zu anderen Tageszeiten am Kometen wurden seit Philaes Aufwachen noch nicht durchgeführt.

Bei den bisherigen Kontakten mit Philae scheint die Annäherung an den Kometen um 20 Kilometer noch keinen Erfolg gebracht zu haben. "Es gab mehrfach Kontakte, bei denen Philae uns Daten über seinen Status gesendet hat, aber diese Verbindungen waren instabil", erläutert Ulamec. Am 19. Juni 2015 empfing das Lander-Kontrollzentrum des DLR in Köln beispielsweise innerhalb von 19 Minuten zwei Mal zwei Minuten lang Daten von Philae. Am 20. Juni 2015 gab es zwar zwei Verbindungen, beide dauerten allerdings jeweils nur etwa eine Minute.

Am 23. Juni 2015 meldete sich Philae kurz, konnte aber in dem 20-sekündigen Kontakt keine Daten senden. Beim letzten Kontakt am 24. Juni 2015 dauerte der Kontakt zwar 20 Minuten - die Verbindung war aber ebenfalls nicht stabil, und so sendete Philae insgesamt nur 80 Datenpakete. Zwischen den Kontakten gab es allerdings auch mehrfach berechnete Kontaktzeiten, zu denen keine Verbindung zwischen Philae und Rosetta aufgebaut werden konnte. Auch bei den letzten drei Überflügen von Rosetta in 180 Kilometern Höhe kam kein Kontakt zustande.

Heute beginnt die ESA mit neuen Manövern, die den Rosetta-Orbiter bis zum 30. Juni 2015 um weitere 20 Kilometer näher an die Kometenoberfläche und somit an Philae heranführen. Das Team des DLR-Kontrollzentrums hofft, dass die Kontakte zu Lander Philae bei einer Distanz von dann 160 Kilometern regelmäßiger und stabiler werden. Erst im Laufe der nächsten Tage wird sich zeigen, ob Veränderungen der Geometrie zwischen Lander und Orbiter die Kommunikation mit Philae verbessern.

Auch ein durch die schlechten Bedingungen während des Winterschlafs verursachter Ausfall beispielsweise der Kommunikationseinheiten von Philae wäre ein möglicher Grund für das derzeitige Schweigen des Landers. Die Auswertung der bisher empfangenen Daten durch das Team des DLR hat aber gezeigt, dass zwar eine der beiden Kommunikationseinheiten beeinträchtigt ist, die zweite Einheit jedoch bisher ohne Probleme funktionierte..."

Quelle/ganzer Bericht: http://www.astronews.com/news/artikel/2015/06/1506-041.shtml
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BeitragThema: Re: Rosetta    Di 14 Jul - 11:53 13393

astronews schrieb:
"Wieder Kontakt zu Kometenlander Philae

Die Stimmung im Lander-Kontrollzentrum des DLR in Köln war in den vergangenen Tage schlechter geworden: Seit mehr als zwei Wochen hatte sich Philae nicht mehr gemeldet und auch nicht auf Kommandos reagiert. Gestern Abend sendete Philae dann ganz unerwartet wieder Daten. Warum sich der Lander vorher nicht gemeldet hatte, ist dem Team noch unklar.

Der Lander Philae hat am 9. Juli 2015 von 19.45 Uhr bis 20.07 Uhr erneut Daten gesendet - darunter auch Mess-Daten des Instruments CONSERT. Auch wenn die Verbindung dabei mehrfach abbrach, blieb ein Kontakt zu Philae über insgesamt zwölf Minuten stabil. "Philaes Lebenszeichen beweist uns, dass die Kommunikationseinheit am Lander weiterhin funktioniert und unsere Kommandos empfängt", sagt DLR-Ingenieur Dr. Koen Geurts aus dem Lander-Kontrollraumteam am DLR Köln.

Dabei war die Stimmung in den letzten Tagen durchaus durchwachsen gewesen: Seit dem 24. Juni 2015 hatte sich der Lander nicht mehr bei seinem Team im Lander-Kontrollzentrum des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) gemeldet. Auch auf ein erstes Test-Kommando, das Instrument CONSERT einzuschalten, reagierte der Lander am 5. Juli 2015 nicht. Philae hatte es seinem Team nicht leicht gemacht, an sein Überleben auf dem Kometen Churyumov-Gerasimenko zu glauben. Jetzt antwortete Philae erneut auf ein zweites Kommando, CONSERT einzuschalten.

"Wir haben Philae nie aufgegeben und sind optimistisch geblieben", betont Geurts. Die Freude war groß, als Philae sich am 13. Juni 2015 nach sieben Monaten Winterschlaf wieder zurückmeldete und Daten über seinen Gesundheitszustand schickte. Der Lander war fit für den Betrieb an seinem fernen Arbeitsplatz in rund 300 Millionen Kilometern Entfernung von der Erde.

Doch keine neue Flugbahn durch den Orbiter Rosetta, der als Funkrelais Philaes Daten zum Boden leitet, keine ausgeklügelte Annäherung an den Kometen ermöglichten bislang eine regelmäßige Kommunikation mit dem Lander. Aus den letzten gesendeten Lander-Daten am 24. Juni 2015 ließ sich allerdings auch nicht erkennen, dass Philae technische Schwierigkeiten hätte.

Die gemessene Temperatur von null Grad Celsius in seinem Inneren ließ das Team des DLR darauf hoffen, dass Philaes Batterie sich nun sogar wieder aufladen würde. Damit wäre ein wissenschaftlicher Betrieb unabhängig von den Tageszeiten auf dem Kometen möglich. Zurzeit werten die Lander-Experten des DLR die empfangenen Daten aus: "Wir sehen bereits, dass wir mit unserem Kommando, das wir am 9. Juli gesendet haben, das CONSERT-Instrument erfolgreich eingeschaltet haben", erläutert Geurts.

Allerdings: Auch jetzt stellt Philae sein Team vor Rätsel. "Wir haben noch keine genaue Erklärung, warum er sich jetzt gemeldet hat und in den vergangenen Tagen nicht." Die Flugbahn des Orbiters beispielsweise wurde im Vergleich zu den vergangenen drei Wochen nicht verändert..."

Quelle/ganzer Artikel: http://www.astronews.com/news/artikel/2015/07/1507-016.shtml
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