Nothing but the Truth - Wenn sich VT's in Luft auflösen

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 Verschwörungswahn und Verschwörungstheorie - Ufo-Gläubige und Schizophrene – Der Verschwörungswahn

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Herr von Bödefeld

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BeitragThema: Verschwörungswahn und Verschwörungstheorie - Ufo-Gläubige und Schizophrene – Der Verschwörungswahn   Di 26 Jul - 10:52 14931

Nin sehr lesenswerter Artikel über die Verschwörungsideologen und ihren Wahn:

heilpraxisnet.de schrieb:
"Verschwörungsmythen grassieren besonders in gesellschaftlichen Krisen, wenn Menschen unter Ängsten leiden und Schuldige suchen, um ein Ventil für diese Ängste zu finden.

Verschwörungen zu vermuten, gehört ebenso zu unserem evolutionären Erbe wie zur menschlichen Kultur: Menschen suchen nach Erklärungen für die Geschehnisse in der Umwelt und vermenschlichen diese – unsere Erinnerungen konstruieren permanent Sinnzusammenhänge zwischen Ereignissen, die nur subjektiv Sinn ergeben.

Sobald Menschen Gruppen bilden, Sinnbilder entwerfen, Kulturen entwickeln und Rituale vollziehen, basteln sie automatisch Äußeres und Inneres, Umwelt und unbewusste Antriebe zu einem System, in dem sie sich orientieren.

Das wilde Denken

Dieses „wilde Denken“ hat den Vorteil, dass die nichtmenschliche Natur, die Elemente Feuer, Wasser, Erde und Luft, Tiere, Pflanzen und Steine mit Gemeinschaft, Gesellschaft und menschlichem Individuum in einer Einheit gedacht werden. Das ermöglicht uns, uns in der Welt zu bewegen.

Verschwörungen, die „nur“ in den Mythen existieren, nicht aber in der Welt, prägen die Erinnerung der Völker vermutlich seit unseren Anfängen. Der böse Ahriman, der sich gegen den guten Ahuramazda verschwor, im alten Persien floss ein in die Verschwörung des Teufels gegen Gott im Christentum und in die des Scheitans gegen Allah im Islam.

Fast alle Schöpfungsmythen kennen dunkle Mächte, die sich gegen die Kräfte des Lichts verschworen, weil die Menschen ebenso wohl tuenden wie zerstörerischen Ereignissen der Natur ausgesetzt sind.

Die Fähigkeit von Menschen, die Natur zu beseelen, bezeichnen wir als Animismus: In Bäumen, Flüssen und Bergen, in Tieren und Pflanzen leben in dieser Vorstellung Wesen, die wie Menschen denken, fühlen und handeln.

Kleine Kinder denken automatisch in solchen Geschichten voll lebendiger Wesen; erst mit dem Alter von vier oder fünf Jahren beginnen sie, die äußere Umwelt von der seelischen Innenwelt zu trennen.

Der Ground Zero

Verschwörungsmythen verbreiten sich jedoch nicht nur bei traditionellen Kulturen und in dualistischen Religionen, sondern haben in der Postmoderne Hochkonjunktur.

Seit dem Anschlag auf das World Trade Center kursieren zum Beispiel unzählige Mythen, nach denen nicht islamistische Terroristen den Anschlag verübten. Besonders in arabischen Ländern ist die Version verbreitet, nach der die CIA und Israel das Verbrechen begingen.

Die Grenze zwischen investigativem Journalismus, der „flase flag“ Operationen aufdeckt und Verschwörungswahn lässt sich einfach ziehen: Kritische Journalisten recherchieren verschwiegene Fakten und entwickeln daraus ein Mosaik. Verschwörungsfantasten wissen von Anfang an, „wer dahinter steckt“ und lassen sich durch Fakten nicht beeindrucken, denn die sind in dieser Logik ebenfalls von den Verschwörern erfunden.

Das 20. Jahrhundert war gefüllt mit Verschwörungsmythen. Zu den ältesten gehört die „jüdische Weltverschwörung“, eine mörderische Fantasie, auf deren Boden die Nazis Auschwitz erbauten, und die heute, in der Regel mit dem Begriff „Zionisten“ statt „Juden“ sowohl in islamischen Ländern wie auch in Europa kursiert.

Das im Labor gezüchtete Aids-Virus, die Mondlandung, die angeblich nicht stattfand, Gerüchte um die Drahtzieher beim Tod von Uwe Barschel, Impfstoffe, die die Menschen vergiften, damit die Pharmaindustrie verdient, vermeintlich neue Erkenntnisse über das Attentat auf John F. Kennedy, ein fantasierter Anschlag auf die „Titanic“ oder verschwiegene UFO-Landungen – das sind nur einige Fabeln der Zeitgeschichte.

Die Internet-Truther

Verschwörungstheoretiker, so genannte Truther, vernetzen sich heute über das Internet. Der Journalist Andreas Hallaschka recherchierte in den einschlägigen Foren und schrieb: „Über Facebook erfuhr ich nun, dass die Freunde meiner Freunde überzeugt waren, dass gefährliche Giftstoffe sich als weiße Streifen am Himmel niederschlügen, reptilienartige Aliens in Menschengestalt uns beherrschten, es in Wahrheit gar keine Bundesrepublik gäbe, sondern das III. Reich fortbestünde und die „FED“, also das amerikanische Zentralbanksystem, seit mehr als 100 Jahren das Weltgeschehen steuere, für alle Kriege verantwortlich sei und letztlich – wie fast alle anderen Zentralbanken der Welt– von der Familie Rothschild und wenigen anderen beherrscht würde.”

Die Kritiker dieser Imagination gehören in der paranoiden Logik selbst zur Verschwörung, werden wahlweise von den „Mainstreammedien“, der NATO oder dem Mossad bezahlt, wobei die „Truther“ die Zutaten ihrer Fantasien unterschiedlich kombinieren. Die etablierteste aller Verschwörungs-Theorien, nämlich die von der „jüdischen Weltverschwörung“ ist in diversen Varianten natürlich auch dabei, als „Zionisten“, „Mossad“ oder „Israel-Lobby“.

Da sämtliche etablierte Medien angeblich die Wahrheit verschweigen, gelten nur „alternative Medien“ als glaubwürdig. Das sind dann das Compact Magazin, „Infokrieger“, Ken FM, Kopp Verlag, Nuoviso TV, Alpenparlament, Klagemauer TV, News 23, also alles Magazine, in denen Verschwörungs-Fantasie, Rechtsesoterik und Geschichtsrevisionismus sich die Hand reichen.

Holcaustleugnerinnen wie die Nazi-Anwältin Sylvia Stolz treffen Angstgestörte, die Kondensstreifen von Flugzeugen für giftige Chemtrails halten, und der Goldhändler Andreas Popp, der die Zinstheorie des NS-Wirtschaftstheoretikers Feder vertritt, gesellt sich zu Paranoikern, die AIDS für ein Produkt des CIA halten.

Die Verschwörungsmentalität

Psychologen sprechen von Konfabulation, also davon, Fabeln zu erfinden, um eine widersprüchliche Wirklichkeit als in sich logisch zu erklären.

Die fiktive Ursache hinter einem Geschehen gibt Sicherheit. So fragen heutige Verschwörungstheoretiker nach dem „Cui Bono“, wem nützt es, und folgern daraus, dass Börsenmakler, „Zionisten“ oder die CIA den Anschlag auf das WTC verübten.

Sie verfahren damit nicht anders als die Hexenverfolger der frühen Neuzeit. Ernteeinbrüche, Viehkrankheiten, jedes Leiden und unerklärlicher Tod ließ sich auf das Wirken von Hexen im Bund mit dem Teufel erklären. Auf den verbrannten Leibern der als Hexen verbrannten Menschen beruhigte sich die Psyche der Mörder angesichts einer Vielfalt von Unglück, hinter dem eben kein persönlicher Täter stand.

Pathologie und Verschwörung

Am 26.12.1980 fand ein Wachmann beim Zellengang Richard Trenton Chase in seinem Bett liegend. Chase atmetete nicht. Die Autopsie ergab, dass der als „Vampir von Sacramento“ bekannte Serienmörder Selbstmord mit einer Überdosis antidepressiver Medikamente verübt hatte.

Chase tötete in seinen jungen Jahren Hunde, Katzen und Kaninchen, mixte aus deren Blut Cocktails und trank sie. Später ermordete er Menschen und trank ebenfalls deren Blut. Er glaubte, eine Verschwörung aus amerikanischer Mafia, Nazis, die den Weltkrieg überlebt hatten und Außerirdischen würde den Menschen das Blut austrocknen, und er benötige frisches Blut, um diese Verschwörer zu bekämpfen.

Ein Reporter schrieb kurz vor Chase Selbstmord über ihn: „Eingesunkene, glasige Augen, schlaffe haut, die an seinen ausgemergelten Knochen herabhängt, die Begegnung mit dem Mörder ist ein Schock, seine Augen erinnern an die des „Weißen Hais“ im gleichnamigen Film. Sie haben kaum etwas Menschliches, keine Pupille, nur schwarze Punkte. Er sieht die Menschen nicht an, sondern blickt durch sie hindurch, so als wären Menschen kein Teil seiner Welt.“

Der Serienmörder ist ein Paradebeispiel dafür, dass Verschwörungsfantasie in Kombination mit einer psychischen Störung gefährliche Folgen haben kann.

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Die Verschwörung der Religion

Wie Religionen sind die Thesen über die Verschwörung universal gültig, und insbesondere Islam und Christentum badeten sich in solchen Verschwörungen – letztlich steckte immer der Teufel dahinter, der sich gegen Gott wandte. Ob Epilepsie, „Hexenschuss“, oder Symptome, die wir heute als psychische Störungen erkennen – Krankheiten waren ebenso das Werk des Teufels wie die Machenschaften des jeweiligen politischen Gegners.

Gabriele Amorth, Exorzist der Diözese Rom treibt heute die Teufel aus und erklärt die Besessenheit: „Satan ist ein wirkliches, persönlichgeistiges Wesen. Er gehört zu den Abertausenden von Gott geschaffenen Engeln. Wie alle Engel war der Teufel einst glücklich und gut, erlag dann aber einer Versuchung. Es steht fest, dass sich Satan und seine Anhänger aus eigener Schuld in Dämonen verwandelten, weil sie sich nicht in den Dienst Christi stellen wollten. Die Dämonen sind persönliche Wesen, weil sie Freiheit und Willen besitzen. Sie sind geistige Wesen, reine Geister, weil sie keine Seele und keinen Leib haben wie der Mensch. Darum benützen sie manchmal den Körper der Menschen.”

Das Purgatorium, die Reinigung durch das Feuer diente dazu, die Dämonen aus dem Körper zu vertreiben. Wer schrie, was ja nicht die Frau, die auf dem Scheiterhaufen verbrannte, sondern der Teufel, der aus ihrem Leib stieg.

Zum einen gibt es reale Verschwörungen unter Menschen. Kollegen setzen sich in geheimen Absprachen zusammen, um einen ungeliebten Mitarbeiter zu mobben, und kritische Journalisten deckten Watergate ebenso auf wie den Mord an Lumumba durch die CIA.

Wie der streng gläubige Christ jedoch alles, was auf Erden geschieht, als Ausdruck des kosmischen Dramas zwischen Gott und Teufel ansieht, sind politische Korruption, die Mafia von New York, oder die Affäre um die NSA für Verschwörungsmythologen lediglich sichtbare Hotspots eines unsichtbaren Netzes, in dem die Verschwörer überall ihre Fäden ziehen.

Dieses autarke Weltbild integriert ohne Probleme widersprüchliche Meinungen. So waren die gleichen Verschwörungstheoretiker davon überzeugt, dass die CIA Osama Bin Laden tötete wie damit, dass er heute noch lebt.

Der Verschwörungstheorie ist dabei nicht die Frage wichtig, was wirklich passierte, wie im investigativen Journalismus, sondern, dass die Verschwörer die Wahrheit verschweigen.

Damit sind Verschwörungstheorien nicht nur faktenresistent, sondern sogar kontrafaktisch. Ergibt die Untersuchung vermeintlicher UFOs über Neu Mexiko, dass es sich um ein Manöver der US-Army handelte, dann lassen die US-Behörden die Beweise verschwinden.

Fehlende Information?

Entstehen Verschwörungstheorien aus mangelndem Wissen, aufgrund dessen sich die Betroffenen ihre eigenen Erklärungen zusammen basteln? Manches spricht dafür. So denken kleine Kinder, wenn es regnet, dass im Himmel ein Mann mit einer Gießkanne sitzt.

Historiker sprechen vom „Kirchturmblick“, um Gemeinschaften zu kennzeichnen, deren Wahrnehmung sich auf das Umfeld ihres Dorfes beschränkt, und Geschehnisse in die Erfahrungen aus diesem engen Horizont einbetten.

Doch solche „Hinterwäldler“ entwerfen selten Verschwörungsmodelle mit universaler Gültigkeit, und Verschwörungstheoretiker wie Andreas Popp sammeln geradezu fanatisch „Gegeninformationen“, die ihre Konstrukte belegen.

Aber, und da sind sie den Gläubigen der großen Religionen gleich, sie akzeptieren keine Argumente, die ihre Modelle widerlegen. Das unterscheidet sie von Wissenschaft, zumindest von dem, was Wissenschaft sein sollte.

Redliche Wissenschaftler revidieren ihre Hypothesen nämlich, wenn auch ungern und oft erst nach enormem Gegendruck, wenn sie mit besseren Argumenten als falsch erkannt sind.

Verschwörungstheoretiker hingegen konstruieren ihre eigene „Wahrheit“, die in ihren sektenhaften Communities immer wieder neu bestätigt wird – wer sie kritisiert, gilt als Feind.

Mehr noch: Je mehr etablierte Wissenschaftler mit Fakten die Konstrukte aufbrechen, umso mehr sieht sich der Verschwörungstheoretiker als Rebell, der die „verschwiegene Wahrheit“ verkündet.

Selbst wenn die Verschwörungsmentalität pathologisch wird, und ihr Verkünder in der Psychiatrie landet, führt das höchstens dazu, dass seine Fans ihn zum Märtyrer stilisieren, ist dies doch der entscheidende Beleg dafür, dass er die Verschwörung aufdeckte.

Tunnelblick, das Ignorieren von widersprechenden Details, die Unfähigkeit, einen konstruktiven Dialog mit Menschen zu führen, die einen anderen Standpunkt vertreten, und der Verlust kritischen Denkens – all das zeichnet Verschwörungstheoretiker aus.

Kritisches Denken im wissenschaftlichen Sinn bedeutet vor allem Zweifel, aber auch Neugier, Offenheit für das Ergebnis und strenge Beweisführung. Das gilt auch für seriösen Journalismus, mit dem Unterschied, dass hier die Zeit der Recherche begrenzt ist, und der Journalist auf die Erkenntnisse von Fachleuten zurückgreifen muss.

Verschwörungsdenken ist in diesem Sinn unsauberes Denken. Die Hypothese einer Verschwörung selbst kann durchaus redlich sein, und einem solchen Verdacht nachzugehen, gehört sogar zum Handwerk von Journalisten, Kriminalpolizei, Staatsanwaltschaft oder Historikern.

Zum Beispiel wissen wir dank der kritischen Historiographie heute, dass der englische König Richard III nicht das Monster war, als das er bei Shakespeare in die Geschichte einging, sondern ein Opfer der Tudor-Familie, die sich illegitim des Throns bemächtigte und den Mord an Richard als Tyrannenmord darstellte.

Verschwörungsideologien unterscheiden sich von solcher rationaler Recherche, die für jeden überprüfbar ist, indem sie ihre Stereotypen unangreifbar machen. Für die Wissenschaft gilt bei Hypothesen „Ockhams Rasiermesser“, nach dem für eine Hypothese erst einmal die wahrscheinlichsten Aspekte in Betracht gezogen werden, um sie zu verifizieren.

Kurz gesagt: Wenn mein Auto liegen bleibt und ich kein Benzin im Tank habe, ist die Hypothese angebracht, dass das Auto liegen bleibt, weil das Benzin fehlt, und nicht, dass Außerirdische das Auto mit unsichtbaren Laserstrahlen sabotierten.

Verschwörungsideologien missachten diese Plausibilität nicht nur, sondern stellen rationale Erklärungen als Vertuschung der Verschwörer dar..."

Quelle: http://www.heilpraxisnet.de/symptome/verschwoerungswahn-und-verschwoerungstheorie/
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